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Allensbach-Umfrage : Kopf-an-Kopf-Rennen: SPD steigt - kleine Parteien verlieren

  • Aktualisiert am

Vor der Wahl: Merkel oder Schröder? Bild: AP

Union und FDP haben in der jüngsten Allensbach-Umfrage für die F.A.Z. wie zuvor schon bei anderen Instituten keine Mehrheit zum Regieren. Die SPD hat in der Wählergunst sprunghaft zugenommen, Schröder spürt „Rückenwind“.

          Die SPD hat fünf Tage nach dem Fernsehduell zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) sprunghaft in der Wählergunst zugenommen. Im Vergleich zur Vorwoche macht die SPD bei mehreren Instituten gegenüber der Union bei der Sonntagsfrage Punkte gut. Erstmals seit Wochen haben Union und FDP eine mögliche Mehrheit zum Regieren verloren.

          In der jüngsten Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung steht die SPD jetzt bei 32,7 Prozent. Die Zunahme beträgt seit Ende August 3,1 Prozentpunkte, sie wurde gleichermaßen in West- und Ostdeutschland mit 3,2 beziehungsweise 2,7 Prozentpunkten gemessen.

          Kleine Parteien verlieren

          Gleichzeitig ging die Zustimmung zu den Grünen und zur Linkspartei um jeweils gut einen Prozentpunkt auf jetzt 7,2 beziehungsweise 8,9 Prozent zurück. Die FDP verlor gleichfalls einen Prozentpunkt an Zustimmung; ihr wird nun ein Zweitstimmenanteil von 7,0 Prozent zugeschrieben.

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          Da sich für die CDU/CSU trotz einer Zunahme im Osten von 28,5 auf 30,3 Prozent insgesamt jedoch ebenfalls weniger Wahlberechtigte ausgesprochen haben (Ende August 41,7 Prozent, jetzt 41,5 Prozent), kommt das schwarz-gelbe Lager nur mehr auf 48,5 Prozent, das rot-rot-grüne Lager hingegen auf 48,8 Prozent. Es kündigt sich somit ein Kopf-an-Kopf-Rennen an.

          Politbarometer: Bestes Ergebnis für SPD 2005

          Auch in dem am Freitag veröffentlichten „ZDF-Politbarometer“ der Forschungsgruppe Wahlen gewann die SPD deutlich hinzu, die Union verlor an Zustimmung. Ähnliche Ergebnisse hatten sowohl in der am Donnerstag veröffentlichte „ARD-Deutschlandtrend“ von Infratest-dimap als auch eine am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Umfrage ergeben.

          In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen gewann die SPD deutlich hinzu, die Union verlor an Zustimmung. Beim ZDF werden für CDU/CSU 41 Prozent verbucht, der mögliche Koalitionspartner FDP bleibt wie in der Vorwoche bei sieben Prozent. Damit hätte auch nach dieser Umfrage eine schwarz-gelbe Koalition mit 48 Prozent womöglich keine parlamentarische Mehrheit mehr nach der Wahl. Die SPD legt nach dem TV-Duell weiter deutlich zu und erzielt mit 34 Prozent (plus zwei Punkte) ihr bestes Umfrageergebnis im Politbarometer in diesem Jahr. Die Grünen bleiben wie in der Vorwoche bei sieben Prozent. Die in Linkspartei umgenannte PDS bleibt mit unverändert acht Prozent drittstärkste Partei.

          Nur rot-rot-grünes Bündnis hätte eine Mehrheit

          Wenn am kommenden Sonntag gewählt würde, käme nach dem Ergebnis der ARD-Umfrage die Union auf 41 Prozent (minus 2). Im Gegenzug gewinnt die SPD 2 Punkte hinzu und verbessert sich auf 34 Prozent.

          Kaum Veränderungen gibt es bei den kleinen Parteien: Die Linkspartei verliert einen halben Punkt auf 8,5 Prozent, die Grünen bleiben bei 7 Prozent und die FDP legt um einen halben Punkt auf 6,5 Prozent zu.

          Eine schwarz-gelbe Koalition könnte also mit 47,5 Prozent der Stimmen rechnen. SPD und Grüne kämen zusammen auf 41 Prozent. Ein rot-rot-grünes Bündnis läge bei 49,5 Prozent. Die Meinungsforscher hatten am Dienstag und Mittwoch 1.000 Wahlberechtigte befragt.

          Bessere Werte für den Kanzler

          Wie Infratest dimap weiter ermittelte, beruhen die Zugewinne für die Sozialdemokraten vor allem auf deutlich verbesserten Werten für den Kanzler. Dessen Vorsprung bei der Direktwahlfrage vergrößerte sich innerhalb einer Woche von 6 auf 19 Punkte.

          Könnten die Bürger direkt zwischen Schröder und Merkel wählen, würden 54 Prozent (plus 6) für den Amtsinhaber stimmen, nur noch 35 Prozent für Angela Merkel (minus 7).
          In der Kompetenzbeurteilung machte die SPD auf allen politischen Feldern Boden gut, besonders deutlich in der Steuerpolitik. Nachdem die SPD in der Vorwoche hier noch einen Rückstand von 19 Punkten hatte, liegt sie nun mit der Union gleichauf. In der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik behält die Union aber einen deutlichen Vorsprung.

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