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Allensbach-Studie : Keine Wechselstimmung

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Angela Merkel weitaus beliebter als Peer Steinbrück

Der Abstand zwischen Angela Merkel und ihrem Herausforderer ist in den vergangenen Monaten gewachsen und größer als zum selben Zeitpunkt 2009. Zurzeit ziehen 50 Prozent Angela Merkel als Kanzlerin vor, 23 Prozent Peer Steinbrück, während sich 27 Prozent der Stimme enthalten. Diese Enthaltungen gehen in bemerkenswertem Umfang auch auf die der SPD zurück. Während 86 Prozent der Unionsanhänger für Angela Merkel votieren, erreicht Peer Steinbrück bei SPD-Anhängern 52 Prozent; 15 Prozent von ihnen ziehen Angela Merkel vor, 33 Prozent enthalten sich. Die Kontroversen um die Nebeneinkünfte des Herausforderers haben gerade unter SPD-Anhängern zu Verunsicherung geführt und ihm nachhaltig geschadet. Im November 2012 waren seine Popularitätswerte noch eindrucksvoll. Damals hatten 46 Prozent der Bürger von Steinbrück eine gute Meinung, nur 27 Prozent eine negative. Heute überwiegen negative Urteile gegenüber positiven im Verhältnis 2:1.

Für jeden Herausforderer wäre es jedoch schwer, in der derzeitigen Situation zu punkten. Ein erfolgreicher Wahlkampf aus der Opposition heraus setzt entweder verbreitete Unzufriedenheit und Ängste vor schmerzhaften Reformen durch die Regierungsparteien voraus oder eine mitreißende Vision für die weitere Entwicklung des Landes. In den vergangenen Jahren ist die Unzufriedenheit der Bürger jedoch gesunken - nicht nur in Bezug auf die wirtschaftliche Lage und Perspektiven, sondern auch in Bezug auf die steuerliche Belastung, die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems oder die innere Sicherheit. Die überwältigende Mehrheit befürchtet auch nicht, dass in absehbarer Zeit schmerzhafte Reformen anstehen könnten. Und mitreißende Visionen, die den Wunsch nach einem Wechsel stimulieren könnten, sind nicht zu entdecken.

Nur 35 Prozent wünschen sich einen Regierungswechsel

Entsprechend gering ist das Bedürfnis der Bürger nach einem Wechsel. Lediglich 35 Prozent wünschen sich im Herbst einen Regierungswechsel; 2009 waren es 47 Prozent, 2005 46 Prozent. Dies ist jedoch kein überzeugtes Plädoyer für eine völlig unveränderte Konstellation nach der nächsten Bundestagswahl. Die Sympathien für den Fortbestand der derzeitigen Koalition sind bemerkenswert gering. Nur 19 Prozent der Bürger sind überzeugt, dass eine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition gut wäre. 33 Prozent votieren für eine große Koalition, 27 Prozent für ein rot-grünes Bündnis, 14 Prozent für eine schwarz-grüne Koalition.

Selbst Anhänger der Unionsparteien ziehen eine große Koalition dem Fortbestand von Schwarz-Gelb vor: 49 Prozent der Anhänger der CDU/CSU sind überzeugt, dass eine große Koalition für das Land gut wäre, 39 Prozent favorisieren die Fortsetzung der derzeitigen Koalition. Die Anhänger der SPD können sich weitaus weniger für eine Neuauflage der großen Koalition erwärmen als die Anhänger der CDU/CSU. Die Wunschkoalition der SPD-Anhänger ist klar Rot-Grün, während nur 27 Prozent überzeugt sind, dass eine große Koalition dem Land guttäte.

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