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Allensbach-Studie : Die Grenzen der Propaganda

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Die Mehrheit der Deutschen sieht Russland dabei nicht nur in der Rolle eines Schuldigen, sondern auch in der des aktiven Aggressors. In einer Dialogfrage wurden zwei Meinungen über die russische Politik gegeneinandergestellt: Die Interviewer überreichten dazu ein Bildblatt, das zwei Personen im Schattenriss zeigte. Jeder Figur war ein Argument zugeordnet. Die erste Person sagte: „Russland will mit seiner Politik meiner Meinung nach seinen Einfluss auf der Welt ausdehnen. Russland will vor allem seinen Machtbereich erweitern.“ Die Gegenposition dazu lautete: „Russland will im Grunde nichts anderes als die Position behalten, die es jetzt hat. Russland verteidigt nur seinen Einfluss in Osteuropa.“ 55 Prozent der Befragten entschieden sich für das erste, lediglich 30 Prozent für das zweite Argument. Die Deutung, wonach Russland in der Ukraine lediglich seine legitimen Interessen verteidigt, hat für die Deutschen anscheinend wenig Glaubwürdigkeit.

Dies zeigt sich auch bei einer Frage, bei der verschiedene Aussagen vorgelegt wurden, die man in der Diskussion über die Ukraine hören kann. Die Befragten wurden gebeten anzugeben, welchen der Aussagen sie zustimmen würden. Fast zwei Drittel, 64 Prozent, wählten daraufhin die Aussage „Russland unterstützt die Separatisten in der Ostukraine mit Ausrüstung und Waffen“ aus. An zweiter Stelle folgte mit 61 Prozent der Punkt „Russland versucht, die Ostukraine zu erobern“. Ebenfalls eine Mehrheit von 51 Prozent stimmte der Aussage zu, den Konflikt in der Ostukraine gebe es nur, weil der russische Präsident Putin es so wolle. Immerhin 42 Prozent vermuteten darüber hinaus, dass Russland künftig versuchen werde, auch in anderen ehemaligen sowjetischen Ländern Gebiete zurückzuerobern.

Dagegen finden die Kernaussagen der russischen Variante der Ereignisse nur die Zustimmung einer vergleichsweise kleinen Minderheit: 20 Prozent schließen sich der These „Die jetzige ukrainische Regierung ist durch einen Putsch an die Macht gekommen“ an, ebenfalls 20 Prozent glauben, der Konflikt in der Ostukraine sei erst eskaliert, als die westlichen Länder sich eingemischt hätten. Dass Russland die Menschen in der Ostukraine vor der Unterdrückung durch die ukrainische Regierung beschützt, glauben nur 7 Prozent. Dabei gibt es bemerkenswerte Unterschiede zwischen den Anhängerschaften der verschiedenen Parteien. Während nur 7 Prozent der CDU/CSU-Wähler, 4 Prozent der Wähler von SPD und 3 Prozent der Grünen-Wähler die Ansicht vertreten, dass Russland in der Ostukraine die Menschen vor Unterdrückung schütze, sind es unter den Wählern der Linken 20, unter denen der AfD immerhin noch 15 Prozent. Offensichtlich fällt die russische Propaganda bei den Anhängern dieser Parteien auf fruchtbareren Boden als bei der übrigen Bevölkerung.

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Angesichts dieser Situation ist es nur folgerichtig, dass sich das Ansehen des russischen Präsidenten inzwischen auf einem Niveau bewegt, das kaum noch unterboten werden kann. Auf die Frage „Haben Sie von Wladimir Putin alles in allem eine gute oder keine gute Meinung?“ antworteten im Jahr 2001 43 Prozent, sie hätten von ihm eine gute Meinung. Heute liegt der Wert bei 8 Prozent. 66 Prozent geben zu Protokoll, dass sie von Putin keine gute Meinung haben. Derart negative Beurteilungen ausländischer Politiker sind sehr selten. Lediglich der amerikanische Präsident George W. Bush hatte ähnlich schlechte Popularitätswerte.

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