https://www.faz.net/-gpf-9a7uz

Siemens-Chef über Weidel-Rede : „Lieber ‚Kopftuchmädel‘ als ‚Bund Deutscher Mädel‘“

  • Aktualisiert am

Alice Weidel, Fraktionvorsitzende der AfD, spricht bei der Plenarsitzung des Deutschen Bundestages im Reichstagsgebäude. Bild: dpa

Mit ihren Aussagen zu „Kopftuchmädchen“ und „Messermännern“ hat Alice Weidel im Bundestag Empörung ausgelöst. Nun meldet sich sogar Siemens-Chef Joe Kaeser zu Wort.

          1 Min.

          Siemens-Chef Joe Kaeser hat der AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel vorgeworfen, mit ihren Äußerungen zur Einwanderungs- und Asylpolitik der Bundesregierung Deutschland zu schaden. „Lieber ‚Kopftuchmädel‘ als ‚Bund Deutscher Mädel‘“, schrieb Kaeser am Mittwoch auf Twitter. „Frau Weidel schadet mit ihrem Nationalismus dem Ansehen unseres Landes in der Welt. Da, wo die Haupt-Quelle des deutschen Wohlstands liegt.“ Der „Bund Deutscher Mädel“ (BDM) war im Nationalsozialismus eine Organisation für Mädchen.

          Weidel hatte zum Auftakt der Generalaussprache im Bundestag Protest der anderen Fraktionen provoziert und sich eine Rüge von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) eingehandelt. Mit Blick auf die Einwanderungs- und Asylpolitik der Bundesregierung hatte die 39 Jahre alte Politikerin gesagt: „Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.“

          Aus dem Plenum waren nach Weidels Äußerung Buh- und Pfui-Rufe zu hören. Es war das erste Mal, dass die AfD als größte Oppositionspartei eine Generaldebatte im Bundestag eröffnen durfte. Die Generalaussprache ist traditionell der Höhepunkt der Haushaltsberatungen – Regierung und Opposition nutzen die Aussprache über den Kanzleretat stets für einen Schlagabtausch.

          Merkel ging nicht auf Weidel ein. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) betonte dagegen: Das habe „null“ mit einem christlichen Menschenbild zu tun. „Was Sie heute gemacht haben, ist das glatte Gegenteil davon. Dafür sollen Sie sich schämen.“ Der Grünen-Politiker Cem Özdemir meinte zu Weidel: „Es sitzen Rassisten im Bundestag“.

          Der Haushaltsentwurf sieht Ausgaben von 341 Milliarden Euro vor. Die große Koalition von Union und SPD will mindestens 46 Milliarden Euro bis 2021 investieren, etwa in Bildung, Wohnungsbau und schnelleres Internet. Die Bürger sollen zudem entlastet werden, etwa durch ein Abschmelzen des Solidaritätsbeitrags, geringere Krankenkassen- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge und eine Kindergeldaufstockung. Bis Anfang Juli soll der Bundestag das Zahlenwerk beschließen.

          Weitere Themen

          Norbert Röttgen wirft seinen Hut in den Ring Video-Seite öffnen

          CDU-Vorsitz : Norbert Röttgen wirft seinen Hut in den Ring

          Ex-Bundesumweltminister Norbert Röttgen will für den CDU-Bundesvorsitz kandidieren. Er ist der erste prominente Christdemokrat, der offiziell sein Interesse an dem Posten anmeldet. Bislang waren Armin Laschet, Friedrich Merz und Jens Spahn als Anwärter im Gespräch.

          Topmeldungen

          Ein Bild aus alten Tagen: Christiane Lieberknecht, damals noch Ministerpräsidentin, spricht am 17. Juli 2014 im Thüringer Landtag mit dem Oppositionsführer Bodo Ramelow.

          Thüringer Krise : Ramelows unwiderstehliches Angebot

          Bodo Ramelow macht der CDU ein Angebot, das sie nicht ausschlagen kann. Es sei denn, sie will den Rest an Glaubwürdigkeit, der ihr geblieben ist, auch noch verlieren.
          Norbert Röttgen will CDU-Vorsitzender werden.

          AKK-Nachfolge : Röttgen will CDU-Vorsitzender werden

          Es ist der vierte Bewerber aus Nordrhein-Westfalen: Nun will auch CDU-Außenexperte Norbert Röttgen Annegret Kramp-Karrenbauer an der Spitze der CDU beerben. Letztere trifft sich heute zum Bewerbergespräch mit Friedrich Merz.
          Der Dorfteich in Seigertshausen: In der Nähe des Stegs hinten rechts zogen Einsatzkräfte die drei ertrunkenen Kinder aus dem Wasser.

          Ertrunkene Kinder im Teich : Muss es einen Schuldigen geben?

          Im hessischen Seigertshausen ertranken 2016 drei Kinder in einem Dorfteich. Nun steht der Bürgermeister des Ortes vor Gericht. Die Dorfbewohner haben wenig Verständnis dafür, ihn für das Unglück verantwortlich zu machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.