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Alfa : Lucke zum Spitzenkandidaten gekürt

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Bernd Lucke: „Der Umgang mit Flüchtlingen und der Umgang mit dem Islam entzieht sich den einfachen Parolen.“ Bild: dpa

Bernd Lucke wird für die Alfa-Partei als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf ziehen. Bei seiner Wahl beklagt der AfD-Mitgründer den Hang zu einfachen Parolen - und attackiert die große Koalition.

          Die nach der Spaltung von der AfD gegründete Partei „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa) hat Bernd Lucke zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2017 gekürt. Lucke, der Anfang 2013 zunächst die AfD und nach der Spaltung im Juli 2015 die Alfa-Partei gegründet hatte, wurde am Samstag auf einem Bundesparteitag in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern gewählt.

          Der 53-jährige Wirtschaftswissenschaftler legte zugleich den Parteivorsitz nieder. Zur neuen Alfa-Vorsitzenden bestimmten die rund 250 Delegierten die bisherige Generalsekretärin Ulrike Trebesius, wie die Partei mitteilte. Trebesius gehört wie Lucke dem Europaparlament an.

          Ursprünglich war die AfD mit sieben EU-Parlamentariern in Straßburg vertreten, nach der Spaltung schlossen sich fünf von ihnen der Alfa-Partei an, nur zwei - NRW-Landeschef Marcus Pretzell und Parteivize Beatrix von Storch - blieben bei der AfD. Anders als die AfD, die im Zuge der Flüchtlingskrise mit einer rechtspopulistischen Ausrichtung Wahlerfolge verbuchte, konnte die Alfa-Partei bislang nicht Fuß fassen.

          In seiner Rede attackierte Lucke die Politik der großen Koalition in Berlin und grenzte sich zugleich von der AfD ab. „Der Umgang mit Flüchtlingen und der Umgang mit dem Islam entzieht sich den einfachen Parolen“, sagte er laut Redetext. „Die etablierten Parteien oder die AfD mögen es anders sehen, aber Millionen von Menschen kann man nicht über den Kamm einer einfachen Botschaft scheren, sei es eine des Willkommens oder eine der Zurückweisung und Ausgrenzung.“

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