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AfD : Immer stärkere Radikale

Alexander Gauland im Mai in Berlin Bild: Matthias Lüdecke

Alexander Gaulands Traum von einer nationalkonservativen Kraft, die Bürgerliche wie Radikale vereint, entpuppt sich immer mehr als naive Illusion.

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          Es muss ihm klar gewesen sein, dass es ein gefährliches Spiel ist – doch bisher hat Alexander Gauland oft Geschicklichkeit bewiesen: Die momentane Stärke der AfD beruht auf ihrer Fähigkeit, zwei Ströme zu vereinen. Sie muss für bürgerlich-konservative frühere Unionsanhänger wählbar bleiben und gleichzeitig die Radikalen ansprechen, um im ganzen Land auf zweistellige Ergebnisse zu kommen.

          In der Mitte, als geschickter Dompteur und Versöhner, stand in den vergangenen Jahren der alte Meister Gauland. Doch je selbstgewisser der nationalradikale „Flügel“ auftritt und je offensiver dessen Leute versuchen, die Schaltstellen der Partei zu besetzen, desto klarer wird, dass die Rechnung nicht aufgeht.

          Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, dass eine radikale Minderheit die Mehrheit aussticht, weil sie gut organisiert ist, zielgerichtet vorgeht und vor keinem Manöver zurückschreckt. Gaulands Traum von einer nationalkonservativen Kraft, die Bürgerliche wie Radikale vereint, entpuppt sich mit jeder Aktion des „Flügels“ weiter als das, was er von Anfang an war: eine naive Illusion.

          Alexander Haneke

          Redakteur in der Politik.

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