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Parteitag in Hannover : Gauland verzichtet auf Parteivorsitz

Verzichtet: Alexander Gauland auf dem AfD-Parteitag in Hannover mit Georg Pazderski Bild: Reuters

Jörg Meuthen und Georg Pazderski sollen die AfD in den nächsten beiden Jahren führen. Wie FAZ.NET auf dem Parteitag in Hannover erfuhr, wird der Fraktionsvorsitzende im Bundestag Alexander Gauland demnach auf eine Kandidatur verzichten.

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          Alexander Gauland verzichtet auf dem AfD-Parteitag auf eine Kandidatur für den Parteivorsitz. Damit macht der Fraktionschef der AfD im Bundestag den Weg dafür frei, dass der bisherige Vorsitzende Jörg Meuthen und der Berliner Landes- und Fraktionschef Georg Pazderski gemeinsam als Doppelspitze die Partei führen können. Das erfuhr FAZ.NET aus Parteikreisen.

          Markus Wehner
          (mwe.), Politik
          Justus Bender
          (jbe.), Politik

          Die Einigung kam demnach zustande, weil Pazderski auf bestimmte Zuständigkeiten als zukünftiger Bundesvorsitzender verzichten wird. So soll er in der Führung nicht für die Bundesgeschäftsstelle in Berlin zuständig sein. Pazderski hatte als Bundesgeschäftsführer der AfD die Geschäftsstelle aufgebaut. Meuthen, der in das Europaparlament nach Brüssel wechselt, befürchtete, dass Pazderski ansonsten zu viel Einfluss in der Parteispitze bekommen und er selbst von Brüssel aus von Entscheidungen abgeschnitten würde.

          Kurz vor dem Parteitag hatte sich die Auseinandersetzung um die Führungsposten der Partei noch einmal zugespitzt. Gauland hielt es sich überraschend offen, selbst als zweiter Bundesvorsitzender zu kandidieren. Pazderski kündigte daraufhin an, dass er zu einer Kampfkandidatur gegen Meuthen antritt. Der Ausgang dieser Wahl galt als unklar. Meuthen und Pazderski wollten die Konfrontation nun vermeiden, weil sie beide beschädigt aus dieser Wahl hätten herausgehen können.

          Gauland will nach Informationen der F.A.Z. wieder als stellvertretende Bundesvorsitzender kandidieren. Der 76 Jahre alte Gauland hatte zuvor eine Kandidatur für das Amt des Bundesvorsitzenden stets ausgeschlossen, weil er für eine solche Belastung zu alt sei und sich auf die Aufgabe im Bundestag konzentrieren wolle. Dem Vernehmen nach hatte er den Parteivorsitz auch deshalb abgelehnt, weil der jeweilige Vorsitzende in der AfD jeweils besonders heftigen Angriffen ausgesetzt ist. Das Amt sei ein „Schleudersitz“, wie in Parteikreisen gesagt wird. Gauland gilt dennoch als der mächtigste Mann der AfD.

          Parteitag in Hannover : Personalwechsel an der AfD-Spitze?

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