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Konservativer CDU-Kreis : Gauland sieht AfD als neue Heimat für Merkel-Kritiker

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Jahrzehnte CDU-Mitglied: Der AfD-Vizechef Alexander Gauland Bild: dpa

Alexander Gauland hat seine früheren CDU-Parteifreunde aufgefordert, es ihm nachzumachen und in die AfD einzutreten. Willkommener Anlass ist das Manifest, das jene 16 Merkel-Kritiker des „Berliner Kreises“ verfasst haben.,

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          Der frühere CDU-Politiker und heutige stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hat die im „Berliner Kreis“ zusammengeschlossenen konservativen und wirtschaftsliberalen Unions-Abgeordneten zum Übertritt in die von ihm mitgegründete rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland aufgefordert. „Noch ist es nicht zu spät. Ich lade die 15, die sich selbst konservativ und wirtschaftsliberal nennen, ein, in unsere Partei einzutreten, die diese Werte als einzige politische Kraft in Deutschland auch wirklich lebt. Kommen Sie zur AfD, hier können wir dort weitermachen, wo wir vor Jahren aufgehört haben!“

          Zuvor hatten die 15 Bundestagsabgeordneten und der frühere hessische CDU-Fraktionsvorsitzende Christean Wagner in einem Manifest scharfe Kritik an der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel geübt. Auch die von ihr als CDU-Vorsitzende vorangetriebene Richtungsänderung bei anderen gesellschaftspolitischen Themen wurde als „Linksdrift“ in dem Papier gerügt.

          Auch das langjährige CDU-Mitglied Gauland gehörte bis zu seinem Parteiaustritt 2013 jenem Kreis konservativer und wirtschaftsliberaler Unions-Politiker an. Der von der CDU-Parteiführung weitgehend ignorierte Zirkel hatte sich aus Unmut über die angebliche Vernachlässigung des wirtschaftsliberalen und konservativen Flügels in der Ära der CDU-Vorsitzenden Merkel vor vier Jahren erstmals mit einem “Berliner Manifest“ an die Öffentlichkeit gewandt.

          „Es mag ja nicht ganz falsch sein, was die 15 CDU-Abgeordneten an der Kanzlerin kritisieren. Ich kenne diese sehr gut, denn ich war früher einer von ihnen. Das sind vernünftige Politiker“, lobte der ehemalige hessische Staatskanzleichef seine früheren Parteifreunde.

          Die von ihnen vorgebrachte Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik in den vergangenen Herbst-Monaten sei „vollkommen richtig. Selbstverständlich geben wir ein großes Stück Staatlichkeit auf, wenn wir unsere Grenzen nicht schützen.“ Und natürlich sei „der EU-Türkei-Deal“ falsch und schädlich. „Trotzdem ist das, was diese Runde tut, mutlos und lächerlich. Mutig und konsequent wäre entweder, endlich die Machtfrage innerhalb der Union zu stellen oder aber in die AfD einzutreten.“

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