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AfD-Mann angeschlagen : Wie geht’s Gauland?

Alice Weidel schaut auf ihr Smartphone während Alexander Gauland auf eine Rede im Deutschen Bundestag reagiert. Bild: dpa

Konflikte banalisieren, Stimmungen nutzen: Alexander Gauland weiß, dass er seine Partei zusammenhalten muss. Spekulationen über die eigene Gesundheit tritt er deshalb entschieden entgegen.

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          Als der AfD-Politiker André Poggenburg vor einigen Wochen in seiner Aschermittwochsrede die Türken in Deutschland als „Kameltreiber“ und „Kümmelhändler“ bezeichnete, da reagierte Alexander Gauland wie gewohnt. Das sei sicherlich eine „drastische Sprache“, aber es sei ja eine Aschermittwochsrede gewesen. Und Reden zu diesem besonderen Tag kommentiere er grundsätzlich nicht, sagte der Parteivorsitzende der AfD dieser Zeitung. Als der sächsische AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier den Sohn von Boris Becker in einem Tweet als „Halbneger“ bezeichnete, da hatte Gauland gesagt, das sei „nicht mein Stil“.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Als kürzlich bekannt wurde, dass ein ehemaliger Mitarbeiter des AfD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, der bis Ende Januar in seinem Büro gearbeitet hatte, in jungen Jahren in der rechtsextremen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) aktiv war, da kommentierte Gauland, er frage seine Mitarbeiter nicht danach, was sie in ihrer Jugend getan hätten und ob sie „in irgendwelchen NS-Organisationen“ gewesen seien. Später nannte er den Vorgang „lächerlich“ und wies darauf hin, dass der ehemalige Außenminister Joschka Fischer von den Grünen in seinen Jugendjahren Steine auf Polizisten geworfen und später als Politiker hoch verehrt worden sei.

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