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Al Qaida : Zwei Islamisten in München festgesetzt

  • Aktualisiert am

Sicherheitsvorkehrungen beim Oktoberfest: München am Montag Bild: dpa

Nach den Drohungen des Terror-Netzes Al Qaida gegen Deutschland sind in München zwei mutmaßliche Islamisten vorbeugend festgenommen worden. Die beiden sollen bis zum Ende des Oktoberfestes in Polizeigewahrsam bleiben.

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          Nach den Drohungen des Terror-Netzes Al Qaida gegen Deutschland sind in München zwei mutmaßliche Islamisten vorbeugend in Polizeigewahrsam genommen worden. Das hat Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer am Montag mitgeteilt.

          Hintergrund sei, dass in den Droh-Videos auch auf das Münchner Oktoberfest Bezug genommen wurde. Es handele sich um eine rein vorbeugende Maßnahme, den beiden Männern würden keine Straftaten vorgeworfen. In einem der Videos waren auch Anschläge in Deutschland nach der Bundestagswahl angedroht worden, sollten die Bundeswehrsoldaten nicht aus Afghanistan abgezogen werden.

          Bis Ende des Oktoberfestes in Gewahrsam

          Die beiden Männer seien der islamistisch-extremistischen Szene zuzurechnen. Beide hätten früher zu dem deutschen Al Qaida-Mitglied Bekkay Harrach Kontakt gehabt - der eine direkt, der andere mittelbar über seinen Bruder. Harrach hatte in einem Video für den Fall, dass die Bundeswehr nicht aus Afghanistan abgezogen wird, in den zwei Wochen nach der Wahl mit einem „bösen Erwachen“ für Deutschland gedroht.

          Die beiden Männer sollen bis zum Ende des Oktoberfestes am 4. Oktober in Polizeigewahrsam bleiben. Dies sei richterlich bestätigt worden. Da ihnen keine Straftaten vorgeworfen würden, könnten aus Datenschutzgründen keine weiteren Angaben zu ihrer Identität gemacht werden, sagte Schmidbauer. Beide stammen den Angaben zufolge aus arabischen Ländern und leben schon länger in München Beide Festgesetzten bewegten sich „aktuell unverändert in einem islamistisch-extremistischen Umfeld“.

          Unterdessen wurden die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Theresienwiese massiv verschärft. Es wurde ein Sicherheitsgürtel mit Polizeikontrollen eingerichtet, in den nur Wiesn-Lieferanten, Anwohner oder andere Berechtigte einfahren dürfen. Das haben Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und Polizeipräsident Schmidbauer mitgeteilt. Auch Taxifahrer dürfen die Theresienwiese nur noch an einer Stelle, dem Omnibusparkplatz, anfahren. Die bisherigen Taxistände wurden aufgelöst und zusätzliche Halteverbote eingerichtet. Bei Personenkontrollen sollen vor allem Rucksäcke und größeres Gepäck genau unter die Lupe. Bei den Kontrollen handele es sich um eine „Vorsichtsmaßnahme“, betonte Herrmann. Konkrete Anschlagspläne gebe es nicht. Allerdings existierten zwei Terrorvideos, in denen direkt Bezug auf München genommen werde.

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