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Kramp-Karrenbauers Vorstoß : Ganz allein gestartet – und am Ende isoliert?

Ohne Abstimmung: Außenminister Heiko Maas (SPD) und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) am Mittwoch im Kabinett. Bild: AP

Die Verteidigungsministerin hatte eine Idee, sie weihte nur wenige ein. Den Außenminister und die SPD überrumpelte sie. Die Schlagzeilen gehörten ihr, doch zuständig für Sicherheitspolitik ist ein anderer.

          9 Min.

          Die Verteidigungsministerin hat das Fernsehen zum Gespräch gebeten, und in die Enge des Bildschirms hat sie alles gepackt, was ihr Haus an Hoheitsymbolen aufzubieten hat. Rechts die Bundesdienstflagge mit Adler, in der Mitte die Sterne der Europäischen Union, links die Windrose der Nato. Annegret Kramp-Karrenbauer legt die Fingerspitzen zusammen und öffnet sie wieder zu einer ausgreifenden Bewegung. Es ist ihre persönliche Mediengeste, ihre Merkel-Raute. Die Ministerin lächelt nicht.

          Konrad Schuller

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Es gibt auch keinen Grund zu lächeln. Amerika zieht gerade aus Syrien ab, und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seine Armee in die Kurdengebiete des Nordens einmarschieren lassen. Die kurdische Machtbasis jenseits seiner Grenze ist ihm ein Dorn im Auge, und jetzt sind 190.000 Menschen auf der Flucht. Vielleicht werden viele von ihnen bald in Deutschland landen. Erdogan jedenfalls sagt, er werde „die Türen öffnen“, wenn in Europa jemand muckt. „Dann schicken wir euch 3,6 Millionen Flüchtlinge“. Ein neues 2015 droht.

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