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Parteitags-Verschiebung : Kramp-Karrenbauer wirft Merz Verbreitung von Verschwörungstheorien vor

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Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer im Juni 2019 in Berlin Bild: dpa

Niemand wolle Friedrich Merz als ihren Nachfolger verhindern, kontert sie dessen Kritik. Es gebe schon genug Verschwörungstheorien derzeit in Deutschland, sagt die CDU-Vorsitzende.

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          Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat der Kritik ihres Parteikollegen Friedrich Merz widersprochen, dass die Verschiebung des CDU-Parteitags ein Manöver gewesen sei, um ihn als Vorsitzenden zu verhindern. „Ich kenne niemanden, der das will“, sagte sie am Freitag bei RTL/NTV. „Für meinen Geschmack gibt es zur Zeit überhaupt viel zu viele Verschwörungstheorien, die in Deutschland unterwegs sind.“

          Die Entscheidung, den Parteitag zu verschieben, sei keinem leicht gefallen. Nachdem Merz diese Äußerungen getätigt habe, „haben mich danach viele Reaktionen von Mitgliedern des Bundesvorstands erreicht – im Übrigen auch Anhänger von Friedrich Merz – die sich schon in ihrer Ehre auch gekränkt gefühlt haben, dass man ihnen so etwas unterstellt.“

          Der Bundesvorstand hatte wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus eine Verschiebung des Parteitags beschlossen, der zuletzt für den 4. Dezember geplant war. Merz hielt daraufhin Teilen des „Parteiestablishments“ vor, ihn verhindern zu wollen. Die Absage sei „der letzte Teil der Aktion ,Merz verhindern‘“ in der CDU. Merz strebt wie Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und der Außenpolitiker Norbert Röttgen die Nachfolge Kramp-Karrenbauers an, die nicht wieder kandidiert.

          „Wir haben ein offenes Kandidatenrennen“, sagte Kramp-Karrenbauer am Freitag. Das sei seit acht Monaten sehr fair gelaufen, „auch weil alle Kandidaten bisher sehr gut miteinander umgegangen sind“.

          Die Amtszeit des Bundesvorstands läuft im Dezember ab, 2021 steht die Bundestagswahl an – die CDU muss also bald neu wählen. Wichtig sei, den Parteitag in einer guten Form und rechtssicher durchführen zu können, sagte die CDU-Vorsitzende. „Was kein Entscheidungskriterium zumindestens für mich ist, ist die Frage, welcher Kandidat sich welches Datum wünscht“, sagte sie.

          Wenn auch Anfang des neuen Jahres kein Präsenzparteitag möglich ist, soll nach dem Vorstandsbeschluss ein digitaler Parteitag abgehalten werden. Fehlt dafür noch eine gesetzliche Grundlage, soll es einen digitalen Parteitag mit Vorstellungsrunde und eine anschließende Briefwahl geben.

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