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AKK warnt Merz : CDU-Vorsitz nicht nur Vehikel für Kanzlerschaft

  • Aktualisiert am

Annegret Kramp-Karrenbauer Bild: Reuters

Der Kampf um den CDU-Parteivorsitz nimmt an Schärfe zu. Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer hat eine klare Botschaft an ihren größten Konkurrenten – und gilt bei Parteienforschern als Favoritin.

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          CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihren Konkurrenten um den Parteivorsitz, Friedrich Merz, davor gewarnt, den Spitzenposten nur als Vehikel für den Einzug ins Kanzleramt anzusehen. „Es wäre fatal, wenn der Eindruck entstünde, dass man den Parteivorsitz eher als notwendiges Übel betrachtet, das man eingehen muss, um in das wichtigste Staatsamt zu kommen. Das hat auch etwas mit Respekt vor unseren CDU-Mitgliedern zu tun“, sagte die CDU-Generalsekretärin dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ auf die Frage, ob es eine gute Idee von Merz sei, sich nach zehn Jahren in der Privatwirtschaft um den Parteivorsitz zu bewerben.

          Der Rückzug von Merz aus der Politik 2009 sei eine Entscheidung gewesen, die sie respektiere, sagte Kramp-Karrenbauer. Sie fügte hinzu: „Ich habe mich anders entschieden, bin geblieben und habe die CDU seitdem gemeinsam mit vielen anderen mitgestaltet und fortentwickelt.“

          Nach Einschätzung zweier Parteienforscher ist Annegret Kramp-Karrenbauer nach der ersten Regionalkonferenz am Donnerstagabend in Lübeck die klare Favoritin für die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende. „AKK ist inhaltlich und von den strategischen Perspektiven her eindeutig die beste Wahl“, sagte Albrecht von Lucke von den „Blättern für deutsche und internationale Politik“ der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vom Freitag.

          Zur Begründung sagte von Lucke, dass Kramp-Karrenbauer „die ganze Breite der CDU, christlich, konservativ und liberal, abdeckt und damit am klarsten ,Die Mitte' verkörpert“. Daher gehe er davon aus, „dass sie sich letztlich durchsetzen wird“. Auch spielten gegenseitige Attacken der eher konservativen Mitbewerber Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn der Generalsekretärin in die Hände.

          Merz könnte aus Sicht von Luckes vor allem die Chancen von SPD und Grünen verbessern. Der ehemalige Fraktionschef würde „wegen seines neoliberalen Profils die Mitte wieder freigeben und so zur vielleicht letzten Hoffnung für die SPD. Auch die Grünen als Partei der liberalen bürgerlichen Mitte würde ein Kandidat Merz eindeutig stärken“, sagte von Lucke.

          „Kramp-Karrenbauer wird neue Vorsitzende der CDU“

          Auch der Dresdner Politologe Werner Patzelt geht von einem Sieg Kramp-Karrenbauers aus: „Wir erleben ein Schachspiel, und der Ausgang der Partie scheint klar“, sagte er der „NOZ“: „Spahn wird keinen Rückzieher machen. Und diejenigen, die nicht für Kramp-Karrenbauer stimmen, werden sich zwischen Spahn und Merz aufteilen. Kramp-Karrenbauer wird deswegen die meisten Stimmen erhalten und neue Vorsitzende der CDU“, sagte Patzelt.

          Allerdings schätzt er dabei die strategische Lage anders ein als von Lucke. Aus seiner Sicht wäre es für die CDU wichtig, AfD-Wähler zurückzugewinnen. „Annegret Kramp-Karrenbauer als ’Merkel II’ könnte dies kaum schaffen. Merz und Spahn wären dafür die erfolgversprechenderen Kandidaten“, sagte Patzelt. Die Entscheidung über den Parteivorsitz fällt auf einem Bundesparteitag der CDU Anfang Dezember.

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