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Bundeswehr : Verfügungsmasse KSK?

KSK in der Ausbildung. Bild: Bundeswehr/PIZ Heer

Auf Bewährung? Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer dürfte Vertrauen verlieren, wenn sie ihr Fähnlein nach dem Wind dreht und das KSK als Verfügungsmasse für ihr Image betrachtet

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          Wer „auf Bewährung“ frei ist, der darf keine Fehler machen. Wie einen verurteilten Straftäter hatte Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer das Kommando Spezialkräfte hingestellt und der Eliteeinheit noch einen letzten „Vertrauensvorschuss“ gewährt. Eine Kompanie ist schon aufgelöst, nun steht der Kommandeur im Feuer und mit ihm wieder das gesamte KSK. Angesichts extremistischer Vorfälle in der Vergangenheit wiegt der neue Vorwurf einer möglichen Vertuschung, gar Strafvereitelung nicht leicht.

          Selbstverständlich kann kein Vorgesetzter eine „Amnestie“ für Straftaten aussprechen. Dass freilich auch sonst in der Truppe mal ein Auge zugedrückt wird, ist teils vom Disziplinarrecht gedeckt, teils schlicht Ausdruck gelebter Kameradschaft. Die ist in verschworenen Einheiten, die im Geheimen operieren, besonders wichtig und ausgeprägt. Das birgt Gefahren.

          Ein Risiko ginge freilich auch die Ministerin ein, wollte sie mit ihrem „eisernen Besen“ dem KSK nun gänzlich den Garaus machen. Schon jetzt muss man sich fragen, was die politische Führung eigentlich wusste oder hätte wissen müssen. Der größere Vertrauensverlust, den der Bundeswehrverband befürchtet, dürfte jedenfalls dann eintreten, wenn das Bild einer überhasteten Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt entsteht, die ihr Fähnlein nach dem öffentlichen Wind dreht und das KSK als Verfügungsmasse für das eigene Image betrachtet.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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