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AKK besucht Truppe im Ausland : Mission Kennenlernen

Annegret Kramp-Karrenbauer vor dem Abflug zu ihrer ersten Auslandsreise als Verteidigungsministerin Bild: dpa

Es ist ihr erster Truppenbesuch im Ausland: Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer besucht Jordanien und den Irak. Dabei geht es auch um eine Mission, deren Verlängerung vom Koalitionspartner SPD bislang abgelehnt wird.

          Ihre erste Auslandsreise führt die neue Verteidigungsministerin gleich in eine Gegend, die man auch als koalitionspolitisches Krisengebiet bezeichnen könnte: das jordanische Amman, die irakische Hauptstadt Bagdad, die kurdische Provinzmetropole Erbil. Annegret Kramp-Karrenbauer trifft den König, Minister und Sicherheitspolitiker. Vor allem aber bekommt sie zum ersten Mal einen Eindruck von den diversen Auslandseinsätzen der Bundeswehr.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Von der Luftwaffenbasis Al Azraq aus sind in den vergangenen anderthalb Jahren mehr als 2000 Mal Tornado-Aufklärungsflüge gestartet, um die internationale Koalition gegen den „Islamischen Staat“ (IS) mit zielgenauen Informationen über den Gegner in Syrien zu versorgen. Deutsche Tankflugzeuge haben seit Beginn des Anti-IS-Einsatzes Ende 2015 mehr als 1100 Mal Kampfflugzeuge der Alliierten in der Luft betankt und so deren Operationsradius über Syrien vergrößert.

          Am nördlichen Ende des Kampfgebiets, im Irak, hatten die Kämpfer ebenfalls größere Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht, Hunderte europäische Islamisten hatten sie dabei unterstützt. Während die irakische Armee überraschend schnell kollabierte, erwiesen sich die kurdischen Peschmerga-Kämpfer als mutige Verteidiger gegen den Ansturm. Sie wurden dabei mit deutschen Sturmgewehren und Panzerabwehrwaffen ausgestattet, auch ein Novum in der jüngeren deutschen Politik, deren Doktrin darin besteht, in Krisengebiete keine Waffen zu liefern.

          Die Lage gilt als unübersichtlich

          Um die Unterstützung der Kurden politisch auszubalancieren, beteiligt sich Deutschland in einem riesigen Militärcamp etwa 30 Kilometer nördlich von Bagdad an der Ausbildung der irakischen Armee. Bei derzeit um die 45 Grad Außentemperatur bringen deutsche Ausbilder künftigen Instruktoren der irakischen Armee einige Grundlagen bei, etwa bei der Abwehr von chemischen und biologischen Waffen. Kramp-Karrenbauer wird dort am Dienstag die etwa 50 Angehörigen des Deutschen Kontingents treffen, die in einer Anlage der Größe von etwa 5000 Fußballfeldern hinter hohen Mauern versuchen, einen Beitrag zu leisten.

          Das Areal gehörte einmal der berüchtigten „Republikanischen Garde“ von Saddam Hussein, heute beherbergt der Komplex die reguläre Armee, Milizen, internationale Militärs. Weil die Lage als unübersichtlich gilt, ist ein Großteil der stationierten Deutschen damit beauftragt, die anderen vor Angriffen von Innen-Tätern zu schützen. Zwischenfälle habe es aber, hieß es vorab, bislang nicht gegeben.

          Kramp-Karrenbauer kommt in zweifacher Mission, als Lernende und als Repräsentantin des „Weiter so“. Lernen und verstehen will sie, was die Bundeswehr leistet. Mit Vorschusslob hatte sie dabei allerdings so wenig gespart, dass ein kritischer Blick auf das militärische Geschehen eher unwahrscheinlich schien.

          Montagmorgen um kurz nach sechs Uhr sprach die gut gelaunte Ministerin vom „wesentlichen Beitrag“, den Deutschland leiste. Es gelte, das Engagement „angepasst fortzusetzen, um das Erreichte nicht zu gefährden“. Die „herausragenden Leistungen unserer Soldaten werden sehr geschätzt“, versicherte sie, noch ehe der funktionstüchtige Airbus A340 der Flugbereitschaft in Richtung Amman startete.

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