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Afghanische Ortskräfte : Das Aufnahmeverfahren ist von der Realität überholt worden

Für die Aufnahme in Deutschland muss eine Menge Papier bewegt und beschrieben werden. Bild: Frank Röth

Wer in Afghanistan für Deutschland gearbeitet hat, soll zu uns kommen dürfen. Das komplizierte Aufnahmeverfahren allerdings hielt mit der Entwicklung im Land nicht Schritt.

          3 Min.

          Seit 2002 haben Tausende Afghanen als Dolmetscher, Kraftfahrer, Reinigungskräfte, Wachpersonal, aber auch als politische Berater für die Bundespolizei, die Bundeswehr, Entwicklungshilfeorganisationen und diverse Subunternehmen gearbeitet. Sie sind damit ein hohes Risiko für sich und ihre Familien eingegangen, aus Sicht der Taliban sind sie Verräter. Deutschland hat rechtlich und politisch eine Fürsorgepflicht für diese Menschen, seit 2013 gibt es daher das sogenannte Ortskräfteverfahren.

          Helene Bubrowski
          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Lange Zeit schien es seinen Zweck zu erfüllen. Bis Ende Juni, kurz vor dem Ende des Abzugs der internationalen Truppen aus Afghanistan, hatte die Bundesregierung insgesamt 2400 Ortskräften und ihren Familienangehörigen ein Visum erteilt, rund 1900 sind mittlerweile in Deutschland. Doch mit dem schnellen Vorrücken der Taliban erwies sich das Verfahren zunehmend als zu umständlich und bürokratisch. Nun würde es zwar reichen, am Flughafen Kabul ein Ausweisdokument vorzulegen, doch die meisten Ortskräfte kommen nicht mehr dorthin.

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