Afghanistan :
Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul eingetroffen

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Proteste gegen die Abschiebungen in der Nähe des Flughafens in Schönefeld
Der Bund bringt 20 abgelehnte Asylsuchende zurück nach Afghanistan. Seit Wiederaufnahme der Abschiebungen im Dezember wird monatlich ein Flug durchgeführt. In Berlin gibt es Proteste.

In Afghanistan ist abermals ein Flugzeug aus Deutschland mit 20 abgeschobenen Männern an Bord eingetroffen. Die Maschine landete am Donnerstagmorgen in der Hauptstadt Kabul, wie Beamte am Flughafen der Deutschen Presse-Agentur sagten. Es war die 38. Sammelabschiebung seit dem ersten derartigen Flug im Dezember 2016. Damit haben Bund und Länder bisher 1035 Männer nach Afghanistan zurückgebracht.

Nach einer Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie war im Dezember erstmals seit März 2020 wieder ein Abschiebeflug in Afghanistan eingetroffen. Seither wurde monatlich jeweils ein Flug durchgeführt.

Abschiebungen in das Krisenland sind umstritten. Trotz der Aufnahme von Friedensgesprächen im September geht der Konflikt mit den militant-islamistischen Taliban weiter. In den vergangenen zehn Jahren wurden dabei mehr als 100.000 Zivilisten getötet oder verletzt. Auch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) ist in dem Land aktiv.

Zuletzt ist vor allem in der Hauptstadt Kabul die Zahl gezielter Tötungen angestiegen. Die Wirtschaft und das ohnehin schon schwache Gesundheitssystem Afghanistans werden durch die Corona-Pandemie zusätzlich stark belastet.

Am Berliner Flughafen BER hatten am Mittwochabend zahlreiche Demonstranten gegen den Abschiebeflug protestiert. Ein Teil der Demonstranten blockierte dabei Zufahrtsstraßen, ein anderer Teil
gelangte nach Angaben der Polizeiinspektion Flughafen auf das Betriebsgelände am Südostrand Berlins. Angemeldet waren der Polizei zufolge 50 bis 75 Personen, allerdings seien am Abend rund 350 erschienen; etwa 150 von ihnen seien auf das Betriebsgelände vorgedrungen.