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Affäre um CSU-Anrufe bei Medienanstalten : FDP zweifelt an Staatsferne von BR-Intendant Wilhelm

  • -Aktualisiert am

Erst Regierungssprecher, dann Indendant: Ulrich Wilhelm, Leiter des Bayerischen Rundfunks, zwischen 2005 und 2010 Chef des Bundespresseamtes Bild: dapd

Nach Berichten über einen kritischen Telefonanruf der ehemaligen CSU-Ministersprecherin Strauß beim BR stellt die FDP die Staatsferne des BR-Intendanten Wilhelm in Frage. Das sagte ein Sprecher der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

          Der medienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Burkhardt Müller-Sönksen, hat die Staatsferne des Intendanten des Bayerischen Rundfunks (BR), Ulrich Wilhelm, in Frage gestellt. „Man muss sich doch fragen, wie es unter der Führung des Intendanten Wilhelm dazu kommen konnte, dass die Sprecherin eines CSU-Landesministers Einfluss auf das Programm des Bayerischen Rundfunks nehmen kann“, sagte Müller-Sönksen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.). Fachlich sei Wilhelm sicherlich für den Intendantenposten geeignet, Berlin, sagte der FDP-Medienpolitiker: „Ob das auch hinsichtlich seiner Staatsferne gilt, muss geklärt werden.“ Müller-Sönksen forderte, die Gremien des Bayerischen Rundfunks müssten die Angelegenheit „umgehend, falls erforderlich in einer Sondersitzung“ aufklären. Notfalls müssten auch Konsequenzen gezogen werden.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Hintergrund sind Berichte darüber, dass die Sprecherin des damaligen bayerischen Umweltministers Markus Söder, Ulrike Strauß, sich im März vorigen Jahres mit kritischen Bemerkungen an den Bayerischen Rundfunk gerichtet hatte, nachdem dieser in einem Beitrag Söders Einschätzung der Sicherheit des bayerischen Atomkraftwerks Isar I thematisiert hatte. Vor der Atomkatastrophe von Fukushima hatte Söder das Kraftwerk als sicher bezeichnet, anschließend nicht mehr.

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