https://www.faz.net/-gpf-73xgw

Affäre um CSU-Anrufe bei Medienanstalten : FDP zweifelt an Staatsferne von BR-Intendant Wilhelm

  • -Aktualisiert am

Erst Regierungssprecher, dann Indendant: Ulrich Wilhelm, Leiter des Bayerischen Rundfunks, zwischen 2005 und 2010 Chef des Bundespresseamtes Bild: dapd

Nach Berichten über einen kritischen Telefonanruf der ehemaligen CSU-Ministersprecherin Strauß beim BR stellt die FDP die Staatsferne des BR-Intendanten Wilhelm in Frage. Das sagte ein Sprecher der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

          1 Min.

          Der medienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Burkhardt Müller-Sönksen, hat die Staatsferne des Intendanten des Bayerischen Rundfunks (BR), Ulrich Wilhelm, in Frage gestellt. „Man muss sich doch fragen, wie es unter der Führung des Intendanten Wilhelm dazu kommen konnte, dass die Sprecherin eines CSU-Landesministers Einfluss auf das Programm des Bayerischen Rundfunks nehmen kann“, sagte Müller-Sönksen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.). Fachlich sei Wilhelm sicherlich für den Intendantenposten geeignet, Berlin, sagte der FDP-Medienpolitiker: „Ob das auch hinsichtlich seiner Staatsferne gilt, muss geklärt werden.“ Müller-Sönksen forderte, die Gremien des Bayerischen Rundfunks müssten die Angelegenheit „umgehend, falls erforderlich in einer Sondersitzung“ aufklären. Notfalls müssten auch Konsequenzen gezogen werden.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Hintergrund sind Berichte darüber, dass die Sprecherin des damaligen bayerischen Umweltministers Markus Söder, Ulrike Strauß, sich im März vorigen Jahres mit kritischen Bemerkungen an den Bayerischen Rundfunk gerichtet hatte, nachdem dieser in einem Beitrag Söders Einschätzung der Sicherheit des bayerischen Atomkraftwerks Isar I thematisiert hatte. Vor der Atomkatastrophe von Fukushima hatte Söder das Kraftwerk als sicher bezeichnet, anschließend nicht mehr.

          Weitere Themen

          Geschwächt, aber gewonnen

          Kanadas Premier Trudeau : Geschwächt, aber gewonnen

          Diesmal ist es kein triumphaler Sieg wie vor vier Jahren. Kanadas Premierminister Justin Trudeau wird wohl im Amt bleiben. Aber er braucht Partner.

          Ein bisschen Impfpflicht darf es schon sein

          Gesundheit : Ein bisschen Impfpflicht darf es schon sein

          Die Deutschen sind zu nachlässig beim Impfen, dabei hätte eine Mehrheit laut Umfragen gar nichts gegen eine Impfpflicht. Regierung und Opposition haben unterschiedliche Ansätze.

          Topmeldungen

          Der Berliner Senat hat sich beim Mietendeckel geeinigt.

          Geplanter Mietendeckel : So will Berlin Vermietern die Preise diktieren

          Der Berliner Senat will seinen umstrittenen Mietendeckel beschließen. Während ihn manche als „historisch“ loben, kündigen CDU und FDP bereits Klagen an. In anderen Städten wird die Entwicklung aufmerksam verfolgt.
          Hat große Pläne: Türkeis Präsident Erdogan.

          Sicherheitszone in Syrien : Erdogans lange Wunschliste

          Bei seinem Besuch in Sotschi am Dienstag will Erdogan mit Putin über die angestrebte Sicherheitszone in Syrien sprechen. Drei Dinge sind der Türkei dabei am wichtigsten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.