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Niedersachsens AfD-Jugend-Chef : AfD-Vorstand will sich mit Stauffenberg-Schmähung befassen

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Diskutiert: Lars Steinke 2017 im Haustürwahlkampf Bild: dpa

AfD-Chef Jörg Meuthen schimpft über ein „absurdes Geschichtsverständnis“ und Alexander Gauland will ihn aus der Partei werfen: Lars Steinke hatte den Hitler-Attentäter als Verräter bezeichnet.

          AfD-Parteichef Jörg Meuthen hat die abfälligen Äußerungen des AfD-Politikers Lars Steinke über den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg als „komplett inakzeptabel“ kritisiert. Die Aussagen des Vorsitzenden der niedersächsischen AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ offenbarten „ein absurdes Geschichtsverständnis und haben in der AfD absolut nichts zu suchen", erklärte Meuthen am Donnerstag. Der Bundesvorstand werde sich zu Beginn der kommenden Woche mit der Angelegenheit befassen. Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland sprach sich für einen Parteiausschluss Steinkes aus. Dessen Facebook-Äußerung ist für Gauland „bodenloser Schwachsinn“, wie ein Sprecher ihn bei Twitter zitierte. „Stauffenberg ist ein Held der deutschen Geschichte.“

          Der Vorsitzende der niedersächsischen AfD-Jugendorganisation Junge Alternative, Lars Steinke, hatte einem Medienbericht zufolge den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg in einem Facebook-Eintrag als „Verräter“ und „Feigling“ bezeichnet. Wie die „Welt“ am Donnerstag unter Berufung auf einen Screenshot des Eintrags berichtet hatte, heißt es darin: „Stauffenberg war ein Verräter“, das gescheiterte Attentat vom 20. Juli 1944 sei „der beschämende Versuch eines Feiglings“ gewesen, „die eigene Haut vor dem kommenden Sieger zu retten“.

          Steinke habe auf Anfrage der Zeitung bestätigt, „den Text selbst verfasst und auch selbst auf meiner privaten, nicht öffentlich einsehbaren Facebookseite“ verbreitet zu haben. Darin schreibt Steinke unter anderem weiter: „Wer in der Zeit der Rückzugsgefechte die Führung des eigenen Staates auslöschen [...] möchte, [...] der ist auch nicht der Feind Hitlers, sondern der Feind des Deutschen (sic.) Soldaten und der Zivildeutschen, damit Feind des Deutschen (sic.) Volkes und damit auch mein Feind.“ Der Zweite Weltkrieg sei demnach – „entgegen der heutigen Propaganda“ – nicht gegen Hitler sondern gegen „Deutschland und das Deutsche (sic.) Volk“ geführt worden.

          Der niedersächsische AfD-Landesvorstand distanzierte sich dem Zeitungsbericht zufolge von Steinkes Eintrag. „Mit größtem Befremden hat der Landesvorstand der AfD-Niedersachsen die Facebook-Veröffentlichung des Herrn Lars Steinke zum Thema Widerstand gegen Hitler durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg zur Kenntnis genommen“, heißt es demnach in einer Mitteilung des Landesvorstands. Steinkes Meinung spiegele „in all ihrer Absurdität weder die Meinung des Landesvorstandes der AfD-Niedersachsen noch die der AfD insgesamt“ wider. Laut „Welt“ distanzierten sich auch mehrere AfD-Landtagsabgeordnete in Kommentaren von Steinkes Eintrag.

          Am 20. Juli 1944 hatten Offiziere um Oberst Stauffenberg versucht, mit einem Attentat auf Hitler die nationalsozialistische Gewaltherrschaft zu beenden. Nach dem Scheitern des Umsturzversuchs wurden Stauffenberg und einige seiner Mitverschwörer noch in derselben Nacht hingerichtet.

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