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AfD vor der Spaltung : Es ist aus zwischen Lucke und Petry

  • Aktualisiert am

Bild: Greser & Lenz

Die Spaltung der AfD ist kaum noch aufzuhalten. Die Parteigründer Bernd Lucke und seine Gegenspielerin Frauke Petry wollen nicht mehr zusammenarbeiten. Zudem hat Lucke im Bundesvorstand eine herbe Niederlage erlitten.

          Der Riss in der Führung der Alternative für Deutschland (AfD) ist wohl nicht mehr zu kitten. Der Bundesvorstand der AfD missbilligte die Gründung des Vereins „Weckruf 2015“ durch Parteigründer Bernd Lucke mehrheitlich. Das teilte der AfD-Pressesprecher Christian Lüth am Freitag in Berlin mit, wo Lucke und seine Gegenspielerin Frauke Petry an einer Vorstandssitzung teilnahmen.

          Lucke und weitere Vertreter des liberal-konservativen Flügels hatten den Verein Anfang der Woche gegründet, um Nationalkonservative in der AfD zu isolieren. Mehr als zehn Prozent der AfD-Mitglieder - vor allem aus den westlichen Bundesländern - schlossen sich dem Verein an. Lucke hatte zuvor erklärt, er sei von der Ko-Vorsitzenden Frauke Petry enttäuscht. Er könne sich nicht vorstellen, nach der Wahl des neuen Vorstandes durch den Bundesparteitag in drei Wochen weiter mit Petry zusammenzuarbeiten. Er selbst werde an seiner Kandidatur festhalten.

          Luckes Plan, alleiniger Parteivorsitzender zu werden, erlitt am Freitag allerdings einen Rückschlag. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, kippte der Vorstand die im Januar auf Luckes Wunsch hin beschlossene Parteireform. Vorgesehen war die Verkleinerung der bisherigen Dreierspitze aus Lucke, Frauke Petry und Konrad Adam im Dezember. Lucke wollte für den Posten des alleinigen Parteichefs kandidieren. Der Parteivorstand folgte nun mehrheitlich Bedenken des Bundesschiedsgerichts der AfD, weil es zu Unregelmäßigkeiten bei der Verabschiedung der Reform gegeben haben soll. Damit bleibt die bisherige Parteispitze aus drei gleichberechtigten Vorsitzenden zunächst bestehen.

          Auch die sächsische Fraktions- und Landesvorsitzende Petry schloss eine weitere Zusammenarbeit mit Lucke aus. Sie warf ihm vor, er habe der AfD mit der Gründung seines Vereins stark geschadet. „Ich hätte gerne noch vor dem Parteitag eine Klärung“, sagte Petry. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Alexander Gauland sagte: „Ich halte es für sehr schwierig nach diesen Vorfällen, dass Bernd Lucke die Gesamtpartei führt.“

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