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Meinungsumfragen : AfD verliert an Zustimmung

  • Aktualisiert am

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry bei einer Pressekonferenz zur Auswertung des Landtagswahljahres 2016 Bild: dpa

In Umfragen verliert die AfD zum ersten Mal seit Juli an Zustimmung. Trotzdem erhält sie das erste Koalitionsangebot – von einem CDU-Politiker.

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          Nach Umfrageerfolgen in den vergangenen Woche verliert die „Alternative für Deutschland“ (AfD) an Zustimmung. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würden 13 Prozent der Deutschen die AfD wählen, so eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des Magazins „Stern“ und des Fernsehsenders RTL. Das ist ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche.

          Den Grund für diesen leichten Verlust sieht Forsa-Chef Manfred Güllner in der vorübergehenden Beruhigung der Flüchtlingsdebatte. „Das Thema ist auf der öffentlichen Agenda nach hinten gerutscht“, sagte er. Zwar liege die AfD weiter bei 13 Prozent. „Aber sie wächst nicht mehr.“

          Auch eine Umfrage des Instituts Insa im Auftrag der „Bild“-Zeitung bestätigt den Abwärtstrend bei der AfD: Sie verliert einen halben Punkt und kommt nur noch auf 15 Prozent. Noch deutlichere Verluste hatte die AfD zuletzt in einer Emnid-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ erlitten. Dort war sie von 14 auf zwölf Prozent gefallen.

          Die Parteien der großen Koalition konnten in beiden Umfragen nicht von den leichten Verlusten der AfD profitieren. In der Insa-Umfrage bleibt die SPD im Vergleich zur Vorwoche stabil bei 21 Prozent, in der Forsa-Umfrage verliert sie sogar einen Punkt und erreicht 22 Prozent. Die CDU/CSU hält in der Insa-Umfrage mit 30 Prozent ihr Ergebnis aus der Vorwoche. In der Forsa-Umfrage kommt die Union auf 33 Prozent.

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          Grüne und Linke können ihr Ergebnis in beiden Umfragen verbessern: Die Grüne kommen auf elf Prozent (Forsa) beziehungsweise 11,5 Prozent (Insa), die Linke erreicht zehn Prozent (Forsa) beziehungsweise 11,5 Prozent (Insa). Allerdings reicht es für SPD, Linke und Grüne in beiden Umfragen nicht für eine Regierungsmehrheit.

          Koalitionspartner oder Netzhetzer?

          Als erster Politiker der CDU sprach sich der Europaabgeordnete Hermann Winkler für Koalitionen der Union mit der AfD auf Landes- und Bundesebene aus. „Wenn es eine bürgerliche Mehrheit gemeinsam mit der AfD gibt, sollten wir mit ihr koalieren. Sonst steuern wir auf eine linke Republik zu“, sagte der Sprecher der ostdeutschen CDU-Europaabgeordneten der Zeitschrift „Super Illu“. Wenn die SPD Bündnisse mit der Linkspartei eingehe, könne dies die CDU künftig auch mit der AfD. Auch in Sachsen hätte das schon Sinn gemacht, sagte Winkler.

          Bundesjustizminister Heiko Maas machte die AfD für eine Verrohung in den sozialen Netzwerken mitverantwortlich. „Die AfD missbraucht die Radikalisierung im Netz und anderswo für parteipolitische Zwecke. Das Bedienen von fremdenfeindlichen Ressentiments gehört zum System der AfD“, sagte Maas der Tageszeitung „Handelsblatt“. Entsprechende Kommentare würden über Twitter oder Facebook verbreitet und anschließend wolle man es so nicht gemeint haben.

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