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AfD-Spendenaffäre : Die Spur führt zu einem der reichsten Deutschen

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Alice Weidel und Alexander Gauland: Die Fraktionsvorsitzenden der AfD durften sich offenbar über Spenden aus der Schweiz freuen. Bild: dpa

Der Münchener Milliardär August von Finck soll über einen Bevollmächtigten Einfluss auf das parteinahe Blatt „Deutschland-Kurier“ ausgeübt haben. Auch Gelder sollen geflossen sein.

          Im Zuge der Spenden-Affäre der AfD gibt es offenbar neue Hinweise auf einen Finanzier. Laut dem „Spiegel“ und der Schweizer Wochenzeitung „WOZ“ soll der bayrische Unternehmer August von Finck, der in der Schweiz lebt, die rechte Partei unterstützt haben. Ein Bevollmächtigter des Milliardärs sei in die Konzeption der AfD-nahen Zeitung „Deutschland-Kurier“ eingebunden worden. Ernst Knut Stahl, Geschäftsführer der finckschen Vermögensverwaltung, hat sich demnach im März 2017 in München mit einem deutschen Verleger getroffen, um über das Zeitungsprojekt zu sprechen. Er soll darauf gedrängt haben, den Chefredakteur dieser Zeitung auszuwählen.

          Der „Deutschland-Kurier“ wird von der AfD zu Wahlkampfzwecken genutzt und von anonymen Spendern finanziert. Dahinter steht vor allem der rechte und AfD-nahe Stuttgarter „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten“, dessen Vorsitzender David Bendels seit Juli 2017 auch Chefredakteur des Blattes ist. Er erklärte der „Süddeutschen Zeitung“, NDR und WDR, dass er sich zu den „hanebüchenen Vermutungen, abstrusen Spekulationen, grotesken Verschwörungstheorien, haltlosen Diffamierungen und wirren Falschbehauptungen grundsätzlich nicht äußern werde.“ Er widersprach dagegen nicht, Stahl zu kennen oder sich mit ihm über den „Deutschland-Kurier“ unterhalten zu haben. Inzwischen wird das Blatt von der Hamburger Gesellschaft Conservare Communication herausgegeben, deren Geschäftsführer ebenfalls Bendels ist.

          Finck soll weiterhin rund 100.000 bis 120.000 Euro für AfD-Veranstaltungen und Werbekampagnen bezahlt haben, die der Stuttgarter Verein initiierte. Das Geld floss an eine Münchener PR-Agentur, die enge Beziehungen zu Finck und dessen Vertrauten Stahl habe. Deren Geschäftsführerin Dagmar Metzger bestätigte, dass sie „in der Anfangsphase der AfD einige Veranstaltungen finanziert“ habe, bezifferte die Summe jedoch auf „ca. 35.000 Euro“. Die Summe sei ordnungsgemäß im AfD-Rechenschaftsbericht aufgeführt worden. Die Frage, ob ihre Auslagen für die AfD aus dem Vermögen von August von Finck beglichen wurden, ließ Metzger offen.

          August von Finck ist einer der bekanntesten Unternehmer Bayerns und einer der reichsten Deutschen. Der 88 Jahre alte Milliardär besitzt mehrere Unternehmen in der Münchener Innenstadt und ist als Mehrheitsaktionär an der Hotelkette Mövenpick beteiligt. Die CDU-nahe Adenauer-Stiftung hatte bereits im Bundestagswahlkampf 2013 in einer Analyse darüber spekuliert, dass der Milliardär Finck die AfD unterstützen könnte. Es sei „durchaus im Bereich des Wahrscheinlichen, dass Finck den Wahlkampf der AfD nicht an finanziellen Hindernissen scheitern lassen wird“, hieß es. Beweise dafür gab es nicht. Auch Insider der AfD-nahen Szene hatten immer wieder berichtet, dass Finck und Stahl als Organisatoren hinter dem Verein stünden.

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