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AfD und Pegida : Gaulandisierung

Die nächsten zwölf Monate entscheiden über das Schicksal der AfD. Ihr Vorsitzender Bernd Lucke stellt die Machtfrage. Ohne Lucke aber begibt sich die Partei womöglich auf den Weg eines national-konservativen Sektierertums.

          Für die AfD ist 2015 das Jahr der Entscheidung: Setzt sie sich durch oder ist sie eine Eintagsfliege? Die Frage stellt sich nicht, weil so viele, sondern weil so wenige Wahlen anstehen, zumal „nur“ in zwei Stadtstaaten. Das sind Zeiten, in denen Parteigründungen, da nichts so diszipliniert wie Wahlkampagnen, in der Selbstzerfleischung enden.

          Lucke versucht die Disziplinierung auf einem anderen Weg. Ende des Monats will er in Bremen auf einem Parteitag eine neue Parteistruktur durchsetzen. Es soll an der Spitze nicht mehr drei „Sprecher“ geben, sondern nur einen Vorsitzenden, sprich: ihn selbst. Sollte er scheitern, droht Lucke indirekt mit dem Rücktritt.

          Da Lucke de facto schon jetzt ist, was er erst noch werden will, wäre das der beste Weg für die AfD in den Abgrund. Die Fürsprecher Luckes sehen die AfD dann auf dem Weg eines national-konservativen Sektierertums, anders ausgedrückt: auf dem Weg der Gaulandisierung des Abendlandes. Schon jetzt ist es aber so, dass an die AfD denkt, wer Pegida sagt. Lucke hat, um sich dagegen zu profilieren, einen stillen Verbündeten - die CDU, die nicht weiß, was sie tun soll.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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