AfD Thüringen : Höcke-Vize Brönner schmeißt hin
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Steffi Brönner (AfD) Bild: dpa
In der Thüringer AfD ist die stellvertretende Landesvorsitzende Steffi Brönner zurückgetreten – aus Protest. Sie beklagt Rechtsnationalismus und „verwirrte Geschichtsromantiker“.
Eine Stellvertreterin des AfD-Landesvorsitzenden von Thüringen Björn Höcke ist aus Protest gegen die rechtsnationale Dominanz in ihrem Landesverband zurückgetreten. Landes-Vize Steffi Brönner habe ihre Entscheidung dem Vorstand in der Nacht zum Mittwoch per Mail mitgeteilt, sagte AfD-Sprecher Torben Braga der Deutschen Presse-Agentur. Anlass für ihren Schritt sei, dass ein AfD-Mitglied im südthüringischen Themar sein Grundstück Mitte Juli
für ein rechtes Rockkonzert zur Verfügung stellen wollte.
Brönner ist eine von zwei Vize-Landessprechern. Sie erklärte in der Mail, die AfD verlasse immer öfter den Weg als konservative, bürgerlich-liberale Partei und entwickle sich „durch Strömungen und Bewegungen hin zu einer rechtsnationalen Partei“. Brönner fragt: „Ist es jetzt ein Muss in Thüringen, alles gut zu finden, was Björn sagt und tut?“ Der Wähler müsse wissen, ob die AfD eine konservative bürgerlich-liberale Oppositionspartei sei, „oder ob sich die AfD weiter langsam, aber stetig ganz nach rechtsaußen/rechtsextrem hinbewegt“. Aus dem Brief geht hervor, dass Brönner selbst zunächst Mitglied der Partei bleiben will.
Ein tiefer Riss geht durch die Partei
Der Thüringer AfD-Landesvorstand zeigte sich in einem Schreiben an seine Mitglieder überrascht vom Ausscheiden Brönners, die bisher öffentlich nicht oft in Erscheinung getreten war. In der Rundmail heißt es, Brönner habe „an der inhaltlichen Ausrichtung unserer Partei und unserer Öffentlichkeitsarbeit zu keinem Zeitpunkt Kritik geäußert“. Sie habe auch nicht angeregt, sich mit der Besetzung zentraler Funktionen durch Menschen, die in ihrer Vergangenheit vermeintlich „im rechtsextremen Bereich tätig waren“, zu befassen. Braga sagte, die Begründung für den Schritt Brönners irritiere, weil diese sich in der Vergangenheit als Anhängerin Höckes gezeigt und ihn gegen Kritik verteidigt habe.
Höcke ist in der AfD umstritten. Gegen den Thüringer Partei- und Fraktionschef läuft ein Parteiausschlussverfahren. Der Bundesvorstand hatte mehrheitlich beschlossen, Höcke wegen seiner Dresdner Rede, in der er in Deutschland eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert hatte, aus der Partei zu werfen.
In ihrem Schreiben äußert Brönner Zweifel daran, dass Höcke noch mit beiden Beinen auf dem Boden der Demokratie steht. Wörtlich heißt es: „Ich sehe dich persönlich mittlerweile als verwirrten Geschichtsromantiker.“ Brönners Rücktrittsschreiben dokumentiert den tiefen Riss, der durch die Partei geht.