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Sachsen-Anhalt : AfD beklagt Diffamierung durch Kirchen

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Oliver Kirchner, seit Ende März Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, auf seinem Platz im Landtag in Magdeburg Bild: dpa

Der Chef der Diakonie in Mitteldeutschland hat kirchliche Einrichtungen davor gewarnt, Spenden der AfD anzunehmen. Die rechtspopulistische Partei will das so nicht stehen lassen – und greift die Kirchen an.

          Die AfD in Sachsen-Anhalt beklagt eine Diffamierung durch Kirchen und kirchliche Einrichtungen. Gerade in Ostdeutschland sei das Verhalten der kirchlichen Vertreter „absolut inakzeptabel“, sagte der Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, Oliver Kirchner, am Dienstag in Magdeburg. Die Kirchen und ihre Einrichtungen würden eine „immer stärkere Ausgrenzung der AfD in der Gesellschaft“ betreiben.

          Die AfD verwies dabei unter anderem auf das vor zwei Wochen gegründete zivilgesellschaftliche Bündnis gegen die AfD in Sachsen-Anhalt, dem sich auch die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, der katholische Bischof von Magdeburg, Gerhard Feige, sowie der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, angeschlossen hatten.

          Die Diakonie Mitteldeutschland hatte kirchliche Einrichtungen zuletzt davor gewarnt, Spenden der AfD anzunehmen. Wenn mit der Spendenübergabe eine neue oder eingeschränkte Zweckbindung einhergehe, sei es besser, sie nicht anzunehmen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Wohlfahrtsorganisation dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Es geht nicht um den Überbringer, sondern um die Absicht.“

          Der AfD-Politiker Kirchner kritisierte, dass Kirchenvertreter versuchten, selbst Politik zu machen. „Sie sind sich noch nicht einmal zu schade, offiziell angemeldete Demonstrationen der AfD durch Glockengeläut zu stören und als Hauptprofiteure der Asylkrise die AfD schlechtzureden, wann immer es geht.“

          Der stellvertretende AfD-Fraktionschef, Tobias Rausch, kündigte in diesem Zusammenhang zudem an, aus der evangelischen Kirche auszutreten: „Wenn die Kirchen keine Spenden von der AfD annehmen wollen, ist es ihnen auch nicht zuzumuten, meine Kirchensteuer anzunehmen.“

          Rausch sagte: „Wenn die christlichen Kirchen nicht umdenken, machen sie sich damit selbst überflüssig.“ Die AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt will nach eigenen Angaben Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche zu einem Gespräch in den Landtag einladen.

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