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AfD : Rechts? Rechtspopulistisch? Rechtsradikal? Rechtsextrem?

AfD-Vorsitzende Petry, Ko-Parteivorsitzender Meuthen am 5. September in Berlin
AfD-Vorsitzende Petry, Ko-Parteivorsitzender Meuthen am 5. September in Berlin : Bild: dpa

Schwach ausgeprägt hingegen in der AfD-Klientel ist die Sehnsucht nach einem starken Führer. Unter den AfD-Anhängern stößt diese Idee bei 30 Prozent auf volle oder teilweise Zustimmung - das sind doppelt so viele wie im Umfeld von CDU und CSU. Doch was heißt das im Blick auf den Nationalsozialismus, der vielleicht „auch seine guten Seiten“ hatte? Mehr als ein Drittel der AfD-Wähler stimmt dieser Aussage eher oder auch voll zu - unter den Unionswählern ist es nicht einmal einer von zehn. Nicht ganz so groß ist der Unterschied bei der Antwort auf die Frage, ob der Einfluss der Juden wohl zu groß sei. Das glaubt jeweils ein Viertel des Klientels der AfD - und der FDP. Unter Unionswählern sind es noch 15 Prozent.

Skepsis gegenüber Fremden ist nirgendwo so stark verbreitet wie unter den Anhängern der AfD. Mehr als vier von fünf raten zu Vorsicht anstatt zu Vertrauen im Umgang mit Fremden. Unter SPD-Wählern sind es zwei Drittel, unter Unionsanhängern 73 Prozent.

Mit Flüchtlingen in Deutschland etwas anfangen können AfD-Anhänger selbstredend nicht. Nur 15 Prozent können in deren Anwesenheit eine Bereicherung erkennen – unter Unionsanhängern sind es schon 70 Prozent, unter Grün-Wählern 91 Prozent. Auch auf einem anderen Feld aber ist der Unterschied zwischen den Einstellungen der AfD-Wähler und denen der Allgemeinheit unübersehbar. Gefragt nach dem Islam, hält nur gut einer von zehn AfD-Wählern es für möglich, dass der Islam und die freiheitlich-demokratische Grundordnung miteinander vereinbar sind. Über alle Parteipräferenzen hinweg sind es immerhin fast fünfzig Prozent der Deutschen, die an eine Vereinbarkeit von Islam und westlicher Demokratie glauben. Immerhin 45 Prozent glauben das nicht.

Große Unzufriedenheit mit der Demokratie

Und wie steht es um die Demokratie in Deutschland an sich? Eher oder sehr zufrieden sind gerade einmal elf Prozent der AfD-Anhänger. Die Unzufriedenen stellen sonst nur noch bei der Linkspartei die größte Gruppe – doch zwei Drittel unzufriedene Linkswähler sind noch nichts gegen fast 90 Prozent unzufriedene AfD-Sympathisanten.

Was also ist die AfD? Rechts? Rechtspopulistisch? Rechtsradikal? Rechtsextrem? Ersteres und Letzteres ist auszuschließen. Rechts ist alles, was nicht links ist, rechtsextrem ist die Wählerschaft in ihrer ganzen Breite nicht. Rechtspopulistisch ist ein vager Begriff. Rechtsradikal täte den vielen Sympathisanten unrecht, die in vielen Dimensionen eher in der rechten Mitte des Meinungsspektrums zu verorten sind als am rechten Rand.

Wahlplakat in Mecklenburg-Vorpommern
Wahlplakat in Mecklenburg-Vorpommern : Bild: dpa

Der Berliner Politikwissenschaftler Richard Stöss spricht von der AfD als einer „nationalkonservativen Partei mit Brücken zum Rechtsextremismus hin“. Damit ist nicht nur der schillernde Charakter vieler Funktionäre wie Alexander Gauland und Frauke Petry wie auch der Wählerschaft beschrieben. Die Formulierung lässt auch erkennen, wo die AfD am ehesten weitere Wähler rekrutieren kann. Am ehesten im Feld einer Union, die Nationalkonservativen keine politische Heimat mehr bietet.

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