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Moscheenverbot : AfD-Politiker distanzieren sich von radikaler Islam-Kritik

AfD-Europaabgeordnete von Storch: „Islam nicht mit Grundgesetz vereinbar“ Bild: dpa

Die AfD wird heftig für ihre Angriffe gegen den Islam angegriffen. Führende Parteifunktionäre reagieren gegenüber der F.A.Z. mit Unverständnis. Andere distanzieren sich vom Moscheenverbot, das Vize-Chef Gauland vorgeschlagen hat.

          Die islamkritischen Äußerungen der stellvertretenden AfD-Bundesvorsitzenden Alexander Gauland und Beatrix von Storch sind am Montag von Landesvorsitzenden der Partei verteidigt worden. „Ich sehe da nichts Neues. Die Punkte, die in den Medien aufgegriffen wurden, sind auch früher schon thematisiert worden“, sagte der niedersächsische Landesvorsitzende Armin-Paul Hampel der F.A.Z.

          Justus Bender

          Redakteur in der Politik.

          Der bayerische Landesvorsitzende Petr Bystron empörte sich über Äußerungen, laut denen seine Partei aufgrund ihrer kategorischen Islamkritik nicht mehr die Werte des Grundgesetzes vertrete. „Die Diskussion verläuft komplett auf den Kopf gestellt. Wir haben selbstverständlich nichts gegen die Religion an sich, jeder kann glauben, was er will. Wir unterscheiden aber zwischen Islam als Religion und als Ideologie“, sagte Bystron der F.A.Z.. „Bestandteil des Islams ist die Scharia. Wenn wir sagen, wir beschützen unsere Freiheiten, dann heißt das, dass wir nicht wollen, dass etwa Homosexuelle mit dem Tod bestraft werden. Wir sind doch durch Aufklärung geprägt.“

          Der sachsen-anhaltische AfD-Abgeordnete Hans-Thomas Tillschneider, ein Islamwissenschaftler, der auch Vorsitzender des nationalkonservativen Vereins „Patriotische Plattform“ ist, mahnte am Montag eine differenziertere Debatte an. „Es werden jetzt Untertöne und Nuancen wichtig“, sagte Tillschneider der F.A.Z.. Einig sei man sich in der Partei, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Uneinigkeit bestehe darin, ob der Islam an sich kritisiert werden solle – oder ob man sage, die islamische Kultur sei inkompatibel mit westlichen Werten. Während Beatrix von Storch laut Tillschneider sage, „der Islam ist schlecht“, verträten Gauland und der thüringische Landesvorsitzende Björn Höcke die Meinung, der Islam sei „eine fremde Kultur“, was „das Problem“ sei. 

          Er, Tillschneider, halte von kategorischer Islamkritik „nicht viel“, weil der Islam „als Weltkultur seine Berechtigung hat“. Ein in der Partei diskutiertes Verbot von Moscheen, die ohne Minarett gebaut sind, halte er deshalb für falsch. „Das muss gewährt werden, weil es im Grundgesetz steht“, sagte Tillschneider. Zuvor hatte Storch der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gesagt, „der Islam ist an sich eine politische Ideologie, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist“. Gauland hatte gesagt, der Islam sei „intellektuell immer mit der Übernahme des Staates verbunden“. Die islamische Religion sei „ein Fremdkörper“.

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