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AfD-Parteitag : Voll auf der Lucke-Linie

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Erfolg auf dem Parteitag: Bernd Lucke nach seiner Rede am Mittag in Bremen Bild: dpa

Die Alternative für Deutschland soll in Zukunft nur noch von einem einzigen Parteivorsitzenden geführt werden. Das beschloss der Parteitag in Bremen. Bernd Lucke ist fast am Ziel.

          Die Alternative für Deutschland (AfD) soll künftig nur noch von einem Vorsitzenden geführt werden. Der Parteitag in Bremen stimmte am Samstag mit großer Mehrheit für einen entsprechenden Kompromissvorschlag des Bundesvorstands: Demnach soll es von Dezember an nur noch einen Vorsitzenden geben. Bislang standen drei gleichberechtigte Bundessprecher an der Spitze der Partei. Bis Dezember sollen übergangsweise zwei Sprecher die Partei führen.

          Mit der Parteireform konnte sich AfD-Gründer Bernd Lucke weitgehend durchsetzen. Er hatte in einer Rede an den Parteitag die Zusammenarbeit der bisherigen dreiköpfigen Spitze, der neben ihm noch Frauke Petry und Konrad Adam angehörten, als „stümperhaft“ bezeichnet. Es habe zu viele Widersprüchlichkeiten und Reibungsverluste gegeben. Die Arbeit an der Parteispitze müsse durch die Reform professionalisiert werden.

          Lucke wies in seiner Rede vor dem Parteitag den Vorwurf der Machtversessenheit zurück. „Ich möchte sie davon überzeugen, dass ich mich für diese Einerspitze verwende, nicht weil es mir um persönliche Macht geht, sondern weil ich den Erfolg für diese Partei will“, sagte der AfD-Gründer am Samstag in Bremen vor 1650 Teilnehmern. Lucke signalisierte, dass er für den Posten des alleinigen Parteichefs bereit stehen würde. „Ich bin so etwas wie das Gesicht der Partei“, sagte der Hamburger Ökonomieprofessor. Er werde auf der Straße deswegen häufig angesprochen. „Dieses Vertrauen will ich nicht zerstören und will es nicht enttäuschen.“

          Nach dem Satzungsentwurf des Vorstandes, der am Samstag beschlossen wurde, wird auf einem weiteren Parteitag im April zunächst eine Doppelspitze gewählt. Erst im Dezember soll derjenige der Doppelspitze mit den meisten Stimmen automatisch alleiniger Parteichef werden. Lucke griff die Arbeit des Bundesvorstandes seiner Partei hart an. „Also wie hat der Bundesvorstand in den letzten zwei Jahren gearbeitet? Meine Antwort in einem Wort ist: stümperhaft.“ Es habe keine mittelfristige politische Planung und keine durchdachte Strategie gegeben. Vorstandssitzungen seien nicht vorbereitet worden, Abstimmungen mit anderen Parteigremien habe es nicht gegeben.

          Stehender Applaus für Lucke

          „Wir dürfen so nicht weitermachen“, forderte Lucke, der ursprünglich seine persönliche Erklärung unter Ausschluss der Presse abgeben wollte. Zur Professionalisierung solle ein hauptberuflicher Generalsekretär eingeführt werden, forderte Lucke. „Er muss so etwas sein wie die rechte Hand des Bundesvorsitzenden.“ Die Parteitagsteilnehmer, die wegen der großen Beteiligung in zwei Sälen gleichzeitig tagten, quittierten Luckes Äußerungen mit minutenlangen stehendem Applaus.

          Auf den nun angenommenen Antrag hatte sich die engste Parteiführung Mitte Januar nach öffentlich ausgetragenem Streit geeinigt. Dem künftigen Parteivorsitzenden soll ein Generalsekretär zur Seite stehen. Zudem soll es vier Vizevorsitzende geben. Es wird erwartet, dass Lucke für das Amt des alleinigen Parteivorsitzenden kandidiert. Eine Entscheidung will Lucke nach eigenen Angaben aber erst im Frühjahr bekanntgeben.

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