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F.A.Z. exklusiv : Chrupalla tritt gegen Curio an

Tino Chrupalla (r.) soll beim AfD-Parteitag für die Nachfolge von Alexander Gauland (Mitte) kandidieren, um den Berliner Bundestagsabgeordneten Gottfried Curio als Parteivorsitzenden zu verhindern. Bild: dpa

Der AfD-Parteitag wird zu einem Zweikampf um den künftigen Parteivorsitz. Der bisherige Parteichef Alexander Gauland will nicht mehr kandidieren – das vereinbarte die AfD-Spitze nach F.A.Z.-Informationen bei einem Krisentreffen.

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          Der sächsische AfD-Politiker Tino Chrupalla tritt bei der Wahl zum Vorsitzenden der AfD beim Parteitag am kommenden Wochenende als Nachfolger von Alexander Gauland an. Das hat die AfD-Spitze am Dienstagabend bei einem Krisentreffen beschlossen, wie sein Büro am Mittwoch der F.A.Z. bestätigte. Dabei wurde nach F.A.Z.-Informationen zugleich vereinbart, dass Gauland selbst erst einmal nicht kandidieren wird. Gauland hatte eine solche Kandidatur noch einmal erwogen, nachdem der Berliner Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio seine Kandidatur für den Posten des Vorsitzenden angekündigt hatte. Gauland hält Curio dem Vernehmen nach für ungeeignet, die Partei zu führen und setzt auf den Handwerksmeister Chrupalla, der in der Parteispitze den Osten repräsentieren soll.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Bei dem Krisentreffen sollen die Teilnehmer übereingekommen sein, dass die Chancen, dass Chrupalla gewählt wird, groß sind. So will die Strömung „Der Flügel“, der Chrupalla nicht angehört, mit großer Mehrheit für ihn stimmen. An dem Treffen nahmen neben Gauland und Chrupalla auch der Co-Parteivorsitzende Jörg Meuthen, die Fraktionsvorsitzende im Bundestag Alice Weidel und „Flügel“-Chef Andreas Kalbitz teil.

          Der Berliner Bundestagsabgeordnete Curio gilt als besserer Redner als Chrupalla, der durch sein rhetorisches Talent die Zuhörer begeistern kann. Er gilt aber als Einzelgänger, der wenig kommuniziert, schlecht organisieren kann und keine Absprachen trifft. Viele zweifeln deshalb daran, dass er so integrierend wirken kann, wie es von einem Parteivorsitzenden erwartet wird. Chrupalla ist als Redner weniger begabt, verfügt aber über organisatorische Fähigkeiten und würde die Landesverbände der AfD im Osten repräsentieren, die zuletzt bei den Wahlen gut abgeschnitten haben.

          Gottfried Curio, hier im September im Thüringen-Wahlkampf links neben Alexander Gauland, gilt aber als Einzelgänger, der wenig kommuniziert, schlecht organisieren kann und keine Absprachen trifft.

          Chrupalla und Curio würden im zweiten Wahlgang gegeneinander antreten, im ersten Wahlgang will der bisherige Ko-Vorsitzende Meuthen wiedergewählt werden. Gauland könnte nur für den Fall, dass sich weder Chrupalla noch Curio durchsetzen, in einem gesonderten dritten Wahlgang noch einmal kandidieren.

          Anmerkung: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, auch der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Georg Pazderski habe an dem Krisentreffen am Dienstag teilgenommen. Das ist nicht der Fall. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen. Die Redaktion.

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