AfD-Niederlage in Görlitz :
„Wenigstens bist du noch ein echter deutscher Polizist“

Von Yves Bellinghausen, Görlitz
Lesezeit: 5 Min.
AfD-Politiker Carsten Hütter (l-r), der Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla und der Görlitzer OB-Kandidat Sebastian Wippel während der Auszählung am Sonntagabend.
Bei der Stichwahl um das Amt des Görlitzer Oberbürgermeisters verliert der AfD-Kandidat Sebastian Wippel gegen einen Politiker der CDU. Für die anstehende Landtagswahl spürt er dennoch „echten Rückenwind“.

Die Gewissheit kam tröpfchenweise: Eigentlich wollte die Görlitzer AfD auf ihrer Wahlparty den ersten blauen Oberbürgermeister der Bundesrepublik verkünden. Sie hatte in einen Biergarten an einer Ausfallstraße im Süden der Stadt geladen, ein paar Dutzend Journalisten und knapp hundert AfD-Anhänger waren gekommen – und alle starrten sie auf ihre Smartphones, um die aktuellen Auszählungsergebnisse aus dem Rathaus mitzuverfolgen. Doch der Kandidat der Rechtspopulisten, Sebastian Wippel sitzt bei seinen Parteikollegen bei einem Bier zusammen und guckt bedröppelt: Mit jedem weiteren Stimmbezirk, der ausgezählt wird, fällt der AfD-Politiker weiter zurück. Und um Punkt 19 Uhr betritt der CDU-Kandidat Octavian Ursu das Rathaus von Görlitz – da ist klar: Wippel hat verloren. 55,2 Prozent für die CDU, 44,8 für die AfD, so lautet das vorläufige Endergebnis.

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