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AfD nach Hanau : Eine Partei im Getto

Ärgert sich über radikale Parteifreunde: Berliner AfD-Politiker Georg Pazderski bei einer Demonstration im Regierungsviertel 2018. Bild: Murat Tueremis/laif

Nach dem Anschlag in Hanau zeigt sich die AfD verunsichert. Sie steht unter Feuer und kommt nicht mehr voran. Müssen sich die Rechtspopulisten nun mäßigen?

          5 Min.

          Einen Monat ist es her, dass es der AfD gelang, einen Kandidaten der FDP zum Ministerpräsidenten von Thüringen zu machen. Zwar trat Thomas Kemmerich aufgrund des öffentlichen Drucks nach nur zwei Tagen zurück, die AfD-Spitze hielt aber daran fest, dass es sich um einen „ganz normalen Wahlvorgang“ und einen demokratischen Akt handelte, bei dem ihre Abgeordneten äußerst klug vorgingen, indem sie ihrem eigenen Kandidaten im dritten Wahlgang null Stimmen und dem anderen Kandidaten alle gaben. Der „Coup“ hat die CDU ins zwischenzeitliche Chaos gestürzt samt dem Rücktritt einer Bundesvorsitzenden und die FDP den Einzug in die Hamburger Bürgerschaft gekostet. Doch hat sich das Manöver auch für die AfD gelohnt?

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die Begeisterung über Höckes coolen Trick ist in der AfD mittlerweile verschwunden. In dieser Woche wagte sich der Berliner AfD-Fraktionschef Georg Pazderski aus der Deckung. Der „strategische Kollateralschaden für die AfD ist nicht unerheblich“, schreibt er in einer Analyse. CDU und FDP würden jetzt noch mehr Abstand nehmen von seiner Partei. Leidtragende seien nicht zuletzt die Landesverbände in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, in der es Chancen gegeben hätte, bei den Landtagswahlen 2021 etwas mit der CDU hinzubekommen. Zudem werde die Linkspartei nun erst recht „hoffähig“.

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