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AfD : Lucke: Besuch in russischer Botschaft war falsch

  • Aktualisiert am

Kritisiert seine Parteikollegen: der AfD-Vorsitzende Bern Lucke. Bild: dpa

Mehrere führende AfD-Funktionäre trafen im November den russischen Botschafter. In internen E-Mails kritisiert Parteichef Bernd Lucke den Besuch nun als Fehler.

          Der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke hat die Besuche von führenden AfD-Funktionäre in der russischen Botschaft als „Fehler“ bezeichnet. In einem E-Mail-Wechsel zwischen Mitgliedern des Bundesvorstandes, der in Parteikreisen kursiert und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt, schrieb Lucke am vergangenen Sonntag: „Ein solches Vorgehen wird uns bestenfalls als naiv ausgelegt, aber man kann es auch negativer werten.“

          Er schrieb außerdem: „Die Entscheidung war ein Fehler.“ Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland, Bundesgeschäftsführer Georg Pazderski und Bundespressesprecher Christian Lüth hatten Ende November in Berlin den russischen Gesandten Oleg Krasnitzky und Botschafter Wladimir Grinin getroffen. Gauland sagte der Zeitschrift „Der Spiegel“, es spreche „nichts gegen einen regelmäßigen konstruktiven Austausch mit den Russen“. Auch Thüringens Landesvorsitzender Björn Höcke sagte: „Gegen Ratschläge und offene Gespräche spricht nichts.“

          Das Vorstandsmitglied Ursula Braun-Moser warf Gauland und Pazderski vor, den Bundesvorstand nicht über ihre Pläne informiert zu haben. „In Anbetracht der außenpolitischen Situation hätte ich auch erwartet, dass Sie solche gewagten politischen Sprünge erst mal im Bundesvorstand diskutieren“, schrieb Braun-Moser. Sie fügte an: „In welcher Partei bin ich denn?“

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