https://www.faz.net/-gpf-97vkf

F.A.Z. Woche exklusiv : Zentralrat der Muslime nennt AfD verfassungsfeindlich

  • Aktualisiert am

Beklagt eine zunehmende „anti-muslimische Stimmung“ in der Gesellschaft: der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek Bild: dpa

„Sie wendet sich gegen unser Land und gegen unsere großartige Demokratie und unsere Werte“: Für Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, ist die AfD verfassungsfeindlich. Doch nicht nur die rechtskonservative Partei bereitet Mazyek Sorgen.

          Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, wirft der AfD vor, sich „verfassungsfeindlich“ zu verhalten. Mazyek sagte der Frankfurter Allgemeinen Woche (Freitag): „Mit ihrer antimuslimischen Politik, dass sie Muslime nicht genauso behandeln möchte wie Christen oder Juden, hat sie gegen das Verfassungsrecht verstoßen.“ Die AfD wende sich „gegen unser Land und gegen unsere großartige Demokratie und unsere Werte“.

          Mazyek sagte der F.A.Z. Woche weiter, dass die AfD es am geschicktesten verstanden habe, eine „vorhandene antimuslimische Stimmung“ parteipolitisch zu nutzen: „Das ist ihre Einflugschneise gewesen, und sie hat damit ein ganzes Sammelbecken von Neonazis und anderen Rechtsextremen aufgesogen.“ 

          Das Problem der Islamfeindlichkeit in Deutschland bezeichnete Mazyek als „groß“: „Ich sehe einen Trend in der Gesellschaft.“ In den sozialen Medien und in der politischen Debatte sinke die Hemmschwelle, bestimmte Tabubrüche vorzunehmen: „Das hat in den vergangenen Jahren zugenommen, und diese Entwicklung schlägt sich nicht nur in der verbalen Gewalt gegen Muslime, sondern auch in der physischen Gewalt nieder.“ Mazyek sagte der F.A.Z. Woche: „Wir müssen vor allem stärker klarmachen, dass jeder Anschlag und jeder Übergriff ein Angriff auf uns alle ist. Dabei ist es egal, ob es eine Synagoge, eine Kirche oder eine Moschee ist: Egal, wo das Feuer brennt, es brennt unser Land.“

          2017 gab es in Deutschland mindestens 950 Angriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen. Die Behörden registrierten allein knapp 60 Anschläge, Schmierereien und Schändungen, etwa mit Schweineblut. In fast allen Fällen seien die Täter Rechtsextreme gewesen. Da die Behörden Daten zu islamfeindlichen Straftaten erst seit Jahresbeginn 2017 auswerten, gibt es keine Vergleichszahlen für 2016.

          Ihr wöchentlicher Wissensvorsprung
          Ihr wöchentlicher Wissensvorsprung

          Kompakt. Fundiert. Hintergründig. Jeden Freitag. Auch Digital.

          Mehr erfahren

          Weitere Themen

          Mächtig, aber unbeliebt

          Umfrage zu Russland : Mächtig, aber unbeliebt

          Wer Macht hat, ist nicht automatisch beliebt. Auf Russland trifft das zu, wie eine neue Umfrage des Pew-Instituts zeigt. Auf den zweiten Blick offenbaren sich interessante Unterschiede unter den Befragten.

          Topmeldungen

          Umfrage zu Russland : Mächtig, aber unbeliebt

          Wer Macht hat, ist nicht automatisch beliebt. Auf Russland trifft das zu, wie eine neue Umfrage des Pew-Instituts zeigt. Auf den zweiten Blick offenbaren sich interessante Unterschiede unter den Befragten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.