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Gegen Rechte von Schwulen und Muslimen : Christliche Alternative für Deutschland

Während Religion in der CSU heute eher zur Folklore zählt, ist es den Protestanten der AfD bitterernst mit der sittenstrengen Lebensweise. Die starke Frau der Partei ist fortan Beatrix von Storch. Als Herzogin von Oldenburg wurde sie 1971 geboren. Ihren Beruf als Anwältin – Spezialgebiet Insolvenzrecht – übt sie nicht aus. Unter dem Dach der „Zivilen Koalition“ wurde sie zu einer mächtigen Lobbyistin. Ihre Mitarbeiter bestücken Websites wie freiewelt.net und abgeordnetencheck.de, die Parlamentarier mit Mails neben Euro-Kritik vor allem mit „Familienschutz“- Aufrufen bombardieren.

„Alles auf persönlicher Überzeugung“

„Frau von Storch hat durch ihr Engagement in der Zivilen Koalition zu Recht hohes Ansehen erworben“, sagt AfD-Chef Lucke. „Sie ist eine tolle Frau, die alles aus persönlicher Überzeugung tut“, gab Hans-Olaf Henkel zu Protokoll, Ex-BDI-Präsident und AfD-Europa-Kandidat auf Listenplatz zwei. Die sieben Gründungsmitglieder „Zivilen Koalition“, die von Beatrix von Storch und Ehemann Sven geführt wird, entstammen allesamt dem Adel – der eigenen Familie nämlich. Wer heute alles Mitglied sei, will Storch nicht sagen: „Daran haben wir kein Interesse.“

Bis zur Euro-Krise wurde vor allem gegen die – aus Storchs Sicht – doppelte Enteignung der Großgrundbesitzer 1945 durch Sowjets und 1990 durch Helmut Kohl (der die DDR-Bodenreform anerkannte) angeschrieben – aus Gerechtigkeitsempfinden, sagt Storch, nicht weil sich die Familie des Gatten um den Grundbesitz in Mecklenburg vom Staat betrogen fühlt, den sie wieder zurückgekauft hat. Die Anzahl der Spender des Vereins, im AfD-Spott „Lodenfraktion“ genannt, gibt Storch mit hunderttausend an, ihre Adresskartei enthalte gar eine Million Namen.

Das „Familienwahlrecht“, über das Storchs „Zivile Koalition“ die Bundestagskandidaten befragte, steht nun bei der Sachsen-AfD im Wahlprogramm, neben der Forderung einer „Deutschquote“ für Musik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Storchs Volksentscheid-Forderung für den Moscheebau. Storch, über die ein AfD-Bundesvorstandsmitglied spottet, sie würde nicht für ihren Verein „Zivile Koalition“ leben, sondern von ihm, gibt die Herkunft ihres Vermögens mit Rücklagen aus zehn Jahren Berufstätigkeit an: „Außerdem lebe ich sehr sparsam.“

Tiefgläubig dazu. Aus Dank für ihre harte Linie bei Abtreibung, gleichgeschlechtlicher Ehe und Hausunterricht wurde die Protestantin Storch bei ihrer Kandidatur für die Europa-Liste von einer Parteigruppierung unterstützt, die sich „Christen in der Alternative für Deutschland“ nennt und in Baden-Württemberg gegründet wurde. In einer „Grundsatzerklärung“ findet sich neben Positionen wie Abtreibungsverbot, Verbot von Sterbehilfe (mit dem medizinischen Fachbegriff „Euthanasie“ betitelt), Ablehnung einer EU-Mitgliedschaft der Türkei, dem „Schutz der christlichen Familie und der Ablehnung der Gleichsetzung mit gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften“ auch die Forderung nach dem „Vorrang der Erziehung im Elternhaus gegenüber staatlich organisierter Erziehung“.

Das unterstützt der fünffache Familienvater Lucke, der den Fußballspieler Thomas Hitzlsperger kritisiert hat, weil dieser sein Coming-Out nicht mit „einem Bekenntnis verbunden hat, dass Ehe und Familie für unsere Gesellschaft konstitutiv sind“. Lucke, klarer Abtreibungsgegner und unter Hamburger Calvinisten als sittenstreng bekannt, lässt den Ausbau des Christenflügels im gesamten Bundesgebiet vom Norden her betreiben. Auf dem nächsten Parteitag wollen sich die Christen auch in der Satzung der AfD verankern. „Ich begrüße es, dass sich Christen in der AfD in Arbeitskreisen organisieren“, sagt Lucke. „Das passt zu unserem Profil als werteorientierte Partei.“

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