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„Vogelschiss“-Äußerung : Gaulands schmutziges Spiel

Alexander Gauland meint, er werde missverstanden. Soll man ihm das abnehmen? Bild: dpa

In der AfD tut jeder das, was er am besten kann.

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          Auch Alexander Gauland will – wie schon Björn Höcke mit dem „Denkmal der Schande“ – nun das Gegenteil von dem gemeint haben, was er mit „nur ein Vogelschiss“ gemeint hat.

          Das Publikum, das mit solchen Provokationen mobilisiert werden soll, wird auch in diesem Fall das Bestreiten und Zurückrudern nicht verübeln. Das schmutzige Spiel ist erst dann ganz am Ziel, wenn es in jenen Kreisen heißt, da sehe man es einmal wieder, die Wahrheit dürfe man immer noch nicht sagen.

          Doch auch in der AfD selbst gibt es Stimmen, denen die Grenzüberschreitungen am rechten Rand zu weit gehen. Die AfD kann auf Dauer nicht gleichzeitig radikale und gemäßigte Kreise an sich binden.

          Bis aber entschieden ist, was sie eigentlich sein will, tut in ihr jeder einfach das, was er am besten kann.

          Gauland tritt, natürlich versehentlich, in den „animalischen Auswurf“ und spielt seither wieder die verfolgte Unschuld, gewiss nicht zum letzten Mal. Denn eines will er bestimmt nicht: dass dereinst einer sagt, die AfD sei in über tausend Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte nur ein Fliegenschiss gewesen.

          Berthold Kohler
          Herausgeber.

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