https://www.faz.net/-gpf-8vjod

AfD : Gauland fordert weitreichendes Einreiseverbot für Muslime

  • Aktualisiert am

Der stellvertretende Parteichef der AfD, Alexander Gauland Bild: ZB

Der stellvertretende Parteichef der AfD will nur Muslime ins Land lassen, „die wirklich um ihr Leben fürchten müssen“. Er kritisiert zudem die deutsche Erinnerungskultur in Bezug auf den Holocaust.

          Der stellvertretende AfD-Chef Alexander Gauland hat ein weitreichendes Einreiseverbot für Muslime nach Deutschland gefordert. Naheliegend sei „ein genereller Einreisestopp für Menschen aus muslimischen Ländern, in denen die politische Lage stabil ist“, sagte Gauland den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag.

          In dem Interview wurde nicht deutlich, ob sich der AfD-Politiker dabei auf alle Einreisen oder nur auf Zuwanderer und Flüchtlinge bezog. Er sagte auch: „Wir sollen nur diejenigen Muslime ins Land lassen, die wirklich um ihr Leben fürchten müssen. Muslime, die etwa aus Nordafrika kommen, sind offensichtlich Wirtschaftsflüchtlinge.“ Gauland fügte hinzu: „Eine westliche Gesellschaft, in der die Muslime einen immer größeren Anteil haben, bekommt Probleme.“ Der muslimische Glaube sei „etwas völlig anderes“ als der christliche. „Der Islam, der einen politischen Anspruch erhebt, ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.“ Deswegen sei er bei der Zuwanderung von Muslimen sehr skeptisch.

          In den Vereinigten Staaten hatte Präsident Donald Trump am 27. Januar einen heftig kritisierten Erlass unterzeichnet, der eine Einreisesperre für Flüchtlinge und Staatsbürger aus sieben vorwiegend muslimischen Ländern vorsieht. Nach einer Klage des Bundesstaates Washington hob ein Bundesrichter in Seattle im Staat Washington den Einreisestopp eine Woche nach Inkrafttreten auf. Im Rechtsstreit um die Einreisesperre ist noch kein Urteil gefallen.

          Gauland kritisierte in dem Interview die deutsche Erinnerungskultur im Blick auf den Holocaust und behauptete, „dass hinter den nationalsozialistischen Schandtaten die großen Zeiten der deutschen Geschichte völlig zurückstehen“. Er halte es für falsch, den Umgang mit dem NS-Konzentrationslager Auschwitz, in dem mehr als eine Millionen Menschen ermordet wurden, „zur Staatsräson der Bundesrepublik Deutschland“ zu erheben, sagte er.

          Weitere Themen

          Ziemiak schließt Kooperation von CDU und AfD aus

          Per Tweet : Ziemiak schließt Kooperation von CDU und AfD aus

          Der frühere Verfassungschutzchef Maaßen schloss eine Zusammenarbeit von CDU und AfD in den ostdeutschen Bundesländern perspektivisch nicht aus. Von dieser Aussage distanzierte sich CDU-Generalsekretär Ziemiak am Sonntag deutlich.

          Trumps Tweets kommen ins Satire-Museum Video-Seite öffnen

          Besondere künstlerische Note : Trumps Tweets kommen ins Satire-Museum

          Anlässlich des 73. Geburtstags von Donald Trump hat die Nachrichtensatire "The Daily Show" dem Präsidenten eine interaktive Ausstellung in Washington gewidmet. Mit einem der humoristischen Gebiete seiner Präsidentschaft: Seinen Tweets.

          Auslieferungsgesetz gestoppt Video-Seite öffnen

          Erfolgreiche Demonstrationen : Auslieferungsgesetz gestoppt

          Es ging um mehr als nur ein Gesetz. Für die Bevölkerung in Hongkong ging es vor allem um die (Meinungs-)Freiheit, die durch potentielle Auslieferungen an China gefährdet gewesen wäre. Umso größer ist jetzt der Jubel.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.