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AfD-Fraktion Sachsen-Anhalt : Poggenburg-Vertrauter folgt auf Poggenburg

Machtwechsel bei der AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt: Drei Wochen nach der Rückzugsankündigung von André Poggenburg wählen die 22 AfD-Abgeordneten im Landtag Oliver Kirchner zum neuen Fraktionschef. Bild: dpa

Mit beleidigenden Äußerungen über Türken hat André Poggenburg eine bundesweite Debatte ausgelöst. Jetzt hat die AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt einen neuen Vorsitzenden gewählt – der ebenfalls zum rechtsnationalen Flügel gehört.

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          In Sachsen-Anhalt ist der bisherige AfD-Fraktionsvorsitzende André Poggenburg am Mittwoch durch Oliver Kirchner abgelöst worden. Poggenburg hatte Anfang März seinen Rücktritt sowohl vom Fraktions- wie auch vom Parteivorsitz angekündigt, nachdem in einem internen Meinungsbild nur noch drei von 22 AfD-Abgeordneten für ihn gestimmt hatten. Zuvor hatte Poggenburg mit beleidigenden Äußerungen über Türken eine bundesweite Debatte über eine mögliche Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz losgetreten.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Ihm folgt nun an der Spitze der Fraktion sein bisheriger Stellvertreter Kirchner nach, der bei der Abstimmung eine große Mehrheit bekommen haben soll. Der 51 Jahre alte Kirchner wird ebenso wie Poggenburg zum rechtsnationalen Flügel der AfD gezählt, der in Mitteldeutschland tonangebend in der Partei ist.

          Kirchner ist Mitglied der „Patriotischen Plattform“, hat in einem internen Chat über einen unliebsamen Journalisten geschrieben, man möge ihm „den Schlips mal etwas enger ziehen“, und gehörte zudem einer Chat-Gruppe an, in der das Konterfei der von den Nationalsozialisten ermordeten Anne Frank montiert auf eine Pizzaschachtel „Die Ofenfrische“ kursierte.

          Zum Nachfolger von Kirchner als stellvertretender Fraktionsvorsitzender wurde am Mittwoch der 27 Jahre alte Ulrich Siegmund gewählt. Weitere Veränderungen im Fraktionsvorstand erfolgten zunächst nicht. Poggenburg kündigte in der Sitzung dem Vernehmen nach auch an, keine Ambitionen auf ein Amt im Fraktionsvorstand zu haben. Der 43 Jahre alte Politiker, der in der Partei nach wie vor viele Unterstützer hat, hatte sich die Option auf Spitzenämter auch nach seinem Rücktritt weiter offengehalten.

          Als Favorit für das neu zu besetzende Amt des AfD-Landesvorsitzenden gilt derzeit der Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt. Er bestätigte, für eine Kandidatur bereit zu stehen.

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