https://www.faz.net/-gpf-9aimi

AfD-Demonstration in Berlin : Meuthen sieht starken Wunsch nach Straßenprotest

  • Aktualisiert am

Aufruf zur AfD-Demonstration: Georg Pazderski, Berliner AfD-Vorsitzender bei der Presskonferenz am 23. Mai in Berlin. Bild: EPA

AfD-Chef Meuthen erwartet an diesem Sonntag tausende Parteifreunde zur Großdemo in Berlins Regierungsviertel. Gleichzeitig wollen ebenfalls Tausende gegen die Kundgebung der Rechtspopulisten protestieren.

          Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat an den Parteivorstand appelliert, am Wochenende möglichst vollzählig zu einer Demonstration seiner Partei in Berlin zu erscheinen. „Wenn der Wunsch in der Partei sehr stark vorhanden ist, Protest auch auf die Straße zu bringen, dann sollte man dem entsprechen“, sagte Meuthen der Deutschen Presse-Agentur. Auf die Frage, ob der Bundesvorstand geschlossen an dem Protestzug an diesem Sonntag teilnehmen werde, antwortete er: „Wenn wir es machen, sollte sich dem auch keiner entziehen.“ Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel wird nach Angaben aus ihrem Büro jedoch nicht daran teilnehmen.

          Meuthen, der für die AfD im Europäischen Parlament sitzt, hatte bislang kein Faible für Demonstrationen als politische Aktionsform gezeigt. Bei der Abschlusskundgebung am Sonntag ist er als Redner angekündigt. Zahlreiche Gruppen wollen zur gleichen Zeit in Berlin gegen die AfD demonstrieren. Sie werfen den Rechtspopulisten rassistische Hetze vor. Meuthen sagte, er sei schockiert, mit welchem Hass „die sogenannte Antifa“ zu gewalttätigen Aktionen gegen AfD-Veranstaltungen und Parteimitglieder aufrufe.

          Insgesamt sind bei den Berliner Behörden und der Polizei 13 Gegenveranstaltungen angemeldet. Die zentrale Kundgebung der Ant-AfD-Demonstranten findet ab 11 Uhr auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude statt; die Organisatoren erwarten dort Bundestagsabgeordnete von SPD, Linken und Grünen.

          2000 Polizisten im Einsatz 

          Mehr als 2000 Polizisten sind rund um die Demonstration der AfD am Sonntag in Berlin im Einsatz, um Blockaden und Gewaltausbrüche von Gegendemonstranten zu verhindern. Die Berliner Polizei erhalte dafür Unterstützung aus neun anderen Bundesländern und von der Bundespolizei, sagte Sprecher Thomas Neuendorf ader Deutschen Presse-Agentur.

          Dass vor dem AfD-Bundesparteitag in Augsburg jetzt schon Anleitungen zum Steinewerfen und Abfackeln von Autos ins Netz gestellt würden, sei „perfide“, sagte AfD-Chef Meuthen. Er habe aber volles Vertrauen, dass es Bayerns Polizei gelingen werde, einen weitgehend störungsfreien Ablauf des Parteitages am 30. Juni und 1. Juli zu gewährleisten. Die Polizei in Augsburg geht davon aus, dass die von Meuthen erwähnte Website mit „Anleitungen“ für „Krawalltouristen“ echt ist.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Schlechte Laune im Osten? Das stimmt nicht so ganz.

          Ostdeutschland : Woher die schlechte Laune?

          Steht es dreißig Jahre nach dem Ende der DDR wirklich so schlimm mit der deutschen Einheit und dem Osten? Nein. Die krasse Fehleinschätzung hat auch etwas mit denen zu tun, die heute die politische Meinung im Osten mitprägen.
          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.