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Nach Aussagen über Afrikaner : AfD-Spitze dementiert angebliche Rüge für Höcke

Vom Vorstand einbestellt: der thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke im Oktober in Erfurt Bild: dpa

Keine Rüge, nur ein Gespräch: Der thüringische AfD-Vorsitzende Björn Höcke wird von der Parteiführung nicht für seine Ansichten über Afrikaner gerügt. Nur einer durfte sich von ihm distanzieren.

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          Der Bundesvorstand der AfD hat keine Rüge oder Abmahnung gegen den thüringischen AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke wegen dessen rassentheoretischen Ansichten über Afrikaner ausgesprochen. Aus Kreisen der Parteiführung wurden am Montag anderslautende Meldungen dementiert. Auch in Parteikreisen waren Medienberichte so verstanden worden, es habe eine Maßnahme gegen Höcke gegeben. Tatsächlich hatte der Bundesvorstand lediglich beschlossen, Höcke zu einem Gespräch einzuladen. Dem AfD-Vorsitzenden Jörg Meuthen wurde zudem zugebilligt, mit einer öffentlichen Distanzierung auf Höckes Äußerungen zu reagieren, weil er als Wahlkämpfer in Baden-Württemberg von Höckes Äußerungen negativ betroffen sei.

          Justus Bender

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Meuthen kritisierte Höcke daraufhin dafür, dem rechtsextremen Front National (FN) zu dessen Wahlsieg am vorvergangenen Sonntag gratuliert zu haben. Meuthen vermied es allerdings, dies mit den rechtsextremen Inhalten des FN zu begründen. Stattdessen argumentierte er, die französischen Regionalwahlen seien „ein rein innerfranzösischer Vorgang“ und die AfD habe keine Verbindung zum FN. In der Vergangenheit hatte die AfD-Vorsitzende Frauke Petry unter anderem der rechtskonservativen österreichischen FPÖ zu einem Wahlsieg gratuliert. Dafür war sie vom Bundesvorstand allerdings nicht für eine Einmischung in einen innerösterreichischen Vorgang kritisiert worden.

          Eine „inhaltliche wie politische Torheit“

          Meuthen kritisierte Höcke auch dafür, mit seinen Aussagen über Afrika eine „inhaltliche wie politische Torheit“ begangen zu haben. Meuthen vermied es allerdings, die Aussagen Höcke als „rassistisch“ zu bezeichnen. Er sagte stattdessen, diese lüden zu „Fehldeutungen als rassistische Aussagen geradezu ein“.

          In Kreisen der Parteiführung wurde Meuthens Zurückhaltung damit erklärt, dass eine Einordnung der Äußerungen Höckes als „rassistisch“ die Entscheidung über einen Parteiausschluss schon vorweggenommen hätte. Zudem herrscht nach Informationen dieser Zeitung in Teilen des AfD-Bundesvorstandes die Meinung vor, dass eine Sanktionierung oder gar ein Parteiausschluss Höckes vor dem Hintergrund der hohen Teilnehmerzahlen seiner Demonstrationen in Erfurt der Partei schaden würde.

          „Genetisch höhere Geburtenrate in Afrika“

          Höcke hatte, wie am Wochenende bekannt wurde, in einem Vortrag die höhere Geburtenrate in Afrika mit evolutionären Unterschieden zwischen Afrikanern und Europäern erklärt. In Afrika und Europa lebten „phylogenetisch“ unterschiedliche Menschentypen, hatte Höcke gesagt. Afrikaner neigten aufgrund ihrer Genetik zu einem aktiveren Reproduktionsverhalten als Europäer.

          Dass Höcke in der gleichen Rede auch von einem Staatszerfall der Bundesrepublik gesprochen und eine Rückwärtsentwicklung ins Mittelalter prophezeit hatte, wurde von der Parteiführung nicht kommentiert.

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