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AfD-Chef Meuthen : Vorsitzender auf Wanderschaft

Schon lange nicht mehr so nah gewesen: Meuthen und Weidel im November 2019 Bild: dpa

Für AfD-Chef Jörg Meuthen wird es eng. In seinem Landesverband Baden-Württemberg hat er wohl keine Chance, wenn er in den Bundestag will. Wo könnte er eine neue politische Heimat finden?

          3 Min.

          Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen ist in seiner Partei fast seit ihrer Gründung ein Migrant. Die von Meuthen im AfD-Bundesvorstand betriebene Aufhebung der Parteimitgliedschaft von Andreas Kalbitz könnte nun dazu führen, dass es für ihn in seinem Heimatlandesverband noch einsamer wird. Etwa die Hälfte der 37 Kreisverbände im Südwesten steht derzeit unter dem Einfluss von Parteifunktionären, die sich dem aufgelösten national-sozialen „Flügel“ nahe fühlt. Etwa zehn Prozent der Kreisverbände gelten als unabhängig, die übrigen vierzig Prozent sollen unter dem Einfluss von Alice Weidel stehen, der Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, die erst Mitte Februar durch ein Bündnis mit dem „Flügel“ nach langem innerparteilichen Streit mit großer Mehrheit zur Landesvorsitzenden gewählt wurde.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Der baden-württembergische Landesverband zählt im Westen mittlerweile zu den radikalsten. Lange haben die Vertreter des „Flügels“ daran gearbeitet, diesen wichtigen Landesverband unter ihre Kontrolle zu bringen. Für Jörg Meuthen stellt sich die Frage, wie er nach seiner klaren Abgrenzung von Kalbitz künftig innerparteiliche Mehrheiten für Mandate und Parteitage organisieren will. Vor allem von den Vertretern des „Flügels“ wird seit Wochen gestreut, Meuthen müsse in „liberalere“ Landesverbände wechseln, etwa nach Nordrhein-Westfalen, Hessen oder Rheinland-Pfalz, wenn er für die Bundestagswahl 2021 einen sicheren Listenplatz haben wolle. Meuthen bereite seine Spitzenkandidatur mit Parteifreunden in Nordrhein-Westfalen schon vor.

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