https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/afd-chef-gauland-bietet-fdp-zusammenarbeit-an-15409741.html

F.A.Z.-Gespräch : AfD-Chef Gauland bietet FDP Zusammenarbeit an

  • Aktualisiert am

Gauland: „Vielleicht gibt es ja einmal die Möglichkeit, über die Parteigrenzen hinweg, etwa in Fragen des Rechtsstaats, gemeinsame Initiativen zu entwickeln. Da habe ich eine gewisse Hoffnung“ Bild: Reuters

Schulterschluss in der Opposition? Der prominente AfD-Politiker Gauland würde gerne mit der FDP zusammenarbeiten. Landen kann er damit nicht.

          1 Min.

          AfD-Fraktionschef Alexander Gauland hat der FDP die Zusammenarbeit angeboten. FDP-Vize Wolfgang Kubicki erteilte ihm jedoch umgehend eine Abfuhr. „Wir sind Konkurrenten, aber zum Teil mit gleichgerichteten Zielen“, sagte Gauland in einem gemeinsamen Interview dieser Zeitung mit ihm und Kubicki. „Vielleicht gibt es ja einmal die Möglichkeit, über die Parteigrenzen hinweg, etwa in Fragen des Rechtsstaats, gemeinsame Initiativen zu entwickeln. Da habe ich eine gewisse Hoffnung“, sagte der AfD-Vorsitzende.

          Bei Kubicki stieß dieser Vorschlag auf keinerlei Gegenliebe. „Solange ich Führungsverantwortung in der Partei trage, wird es keine gemeinsamen Initiativen geben“, sagte der Vertraute des Parteivorsitzenden Christian Lindner. „Warum Menschen die AfD wählen, wird mir ewig verschlossen bleiben.“ Zwischen den Wählern der beiden Parteien gebe es kaum Überlappungen. Gauland erklärte hingegen: „Die FDP war immer unser Hauptkonkurrent.“

          Kubicki sagte: „Das einzige, was ich an der AfD positiv finde, ist, dass dadurch klar ist, wie wertvoll es ist, ein liberales, weltoffenes Land zu verteidigen.“ Selbst in der Kritik beider Parteien an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht er keine Gemeinsamkeit: „Gauland sagt: Merkel muss weg, weil sie die CDU zerstört hat. Ich sage: Mit dieser Kanzlerin ist die Zukunft Deutschlands nicht mehr zu gestalten.“

          Gauland nahm für seine Partei in Anspruch, auch liberale Elemente zu haben. „Sie ist eine Mischung aus verschiedenen geistesgeschichtlichen Richtungen, da ist auch der Liberalismus dabei. Aber sie ist nicht ausschließlich liberal.“ Kubicki wehrte sich gegen diese Wahrnehmung: „Liberal bedeutet, dass jeder auf dem Boden des Rechtsstaates so leben kann, wie er will, dass er zum Beispiel heterosexuell, sein kann, homosexuell oder eine Dragqueen, dass er neugierig und weltoffen ist, dass er für Freihandel ist. Das alles erkenne ich bei der AfD nicht.“

          Weitere Themen

          Wer bietet mehr?

          FAZ Plus Artikel: Subventionswettlauf : Wer bietet mehr?

          China, Amerika und die EU: Plötzlich buhlen alle mit Milliarden-Subventionen um die Hersteller von Batteriezellen, Solarpaneelen und Chips. Auch Deutschland beteiligt sich an dem Wettlauf. Es steht viel auf dem Spiel.

          Topmeldungen

          Ein Mitarbeiter von Volkswagen China im Werk in Urumqi.

          Europas Entkopplung : Die China-Frage

          Wie sollen es Europas Unternehmen mit China halten? Und ist die Politik zögerlich? Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist auf dem Weg nach Amerika, um genau diese Fragen zu klären.
          Dieser deprimierende Ort namens Frankreich: Virginie Despentes auf einer Treppe in Paris

          Virginie Despentes im Gespräch : Seid endlich radikal mit euren Idealen!

          Sie wird gehasst, aber neuerdings auch geliebt: Wie findet die Schriftstellerin Virginie Despentes diesen Wandel selbst? Ein Gespräch über ihr neues Buch „Liebes Arschloch“, die Vorteile des Alterns und den Wunsch nach Sanftheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.