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AfD-Treffen mit Muslim-Rat : Außer Lilien nichts gewesen

Kurzes Vergnügen: Der Zentralratsvorsitzende Mazyek begrüßt die AfD-Vorsitzende Petry Bild: AP

Die AfD und der Zentralrat der Muslime treffen sich in Berlin und zeigen, dass solche Begegnungen auf absehbare Zeit wenig Zweck haben. Was waren die Gründe für den raschen Abbruch des Dialoges?

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          Weiße Lilien gehören zu den beliebtesten Blumen auf Hochzeitsfeiern. Wer den Bund fürs Leben schließen will, wählt oft diese Dekoration. In der Floriografie, der Sprache der Blumen, gilt die weiße Lilie als Gewächs, das der Liebhaber der Angebeteten schickt, wenn er ihr seine Zuneigung signalisieren will. Aber der prachtvolle Strauß weißer Lilien, der in der Empfangshalle des Berliner Hotel Regent am Gendarmenmarkt neben der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry stand, war sicher nicht vom Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, als Zeichen der Zuneigung aufgestellt worden. Wohl eher von der Hotelverwaltung ohne Rücksichtnahme auf das geplante Treffen des muslimischen Verbandes mit der AfD. Das edle Gebinde blieb denn auch alles, was auf eine Heirat aus Liebe oder zumindest eine Vernunftehe hinwies. Ansonsten herrschte am Montagmittag eher Stimmung wie beim Scheidungstermin. Zu Ende ging nach einer Dreiviertelstunde eine Partnerschaft, die keine war.

          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Täuschte der Eindruck, der im Hotel Regent entstand, oder waren weder Zentralrat noch die AfD so richtig unglücklich über das abrupte Ende ihres Treffens? Bei getrennten Auftritten sparten beide Seiten jedenfalls nicht mit heftigen Schuldzuweisungen. Mazyek, der eingeladen hatte, sagte, die AfD habe klargemacht, „dass man den Weg des Populismus und der Diffamierung und auch vor allem der Vorurteile weitergehen will“. Er stelle „mit Bedauern“ fest, dass die AfD das Treffen abgebrochen habe. Petry, eingerahmt von ihrem Stellvertreter Albrecht Glaser und Vorstandsmitglied Armin-Paul Hampel, sagte, man sei schon mit „provokativen Fragen“ eingeladen worden. Mazyek habe gefragt, warum die AfD den Islam hasse. „Wir hassen niemanden“, sagte Petry.

          Zu Beginn des Gesprächs sei vom Zentralrat signalisiert worden, dass die AfD froh sein könne, eingeladen worden zu sein. Das empfand Petry offenbar als unangemessen. Sie sagte, dass die AfD in den Umfragen derzeit bei 15 Prozent stehe, der Zentralrat dagegen nur einen kleinen Teil der vier Millionen in Deutschland lebenden Muslime vertrete. Diese „Augenhöhe“ hätte man zu Beginn des Gesprächs klarstellen müssen, sagte Petry. Offenbar geschah das aber nicht in der von ihr erwarteten Weise.

          Zentralrat der Muslime : AfD-Chefin Petry bricht Gespräche ab

          „Polemik und Propaganda, die ich nicht mag.“

          Mazyek hatte die AfD kürzlich in die Nähe der NSDAP gerückt. Auch da hatten Petry und ihre Begleiter mindestens Relativierung erwartet. Die kam offenbar nicht. Vielmehr hatten die Zentralratsmitglieder einen Katalog mit sieben Fragen an die AfD vorbereitet. Mit Blick auf das AfD-Grundsatzprogramm, laut dem der Islam nicht zu Deutschland gehöre, lautete die erste Frage, ob die AfD mit dieser „pauschalen Diffamierung“ einen „Bruch der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ erreichen wolle. Das konnte als mildere Variante der Anspielung auf den Nationalsozialismus verstanden werden. Die AfD-Leute empörten sich anschließend, man habe von ihnen „verlangt, ein demokratisch beschlossenes Parteiprogramm zurückzunehmen“.

          So ging es immerfort. Zu einem richtigen Gespräch kam es nicht. Nach Darstellung eines Zentralratsmitglieds stand das Treffen zweimal vor dem Abbruch – sogar die Zeiten wurde genannt, 11.42 Uhr und 12.03 Uhr –, bevor Petry, Hampel und Glaser nach einer kurzen Auszeit endgültig das Scheitern feststellten. Dass sie es waren, die das taten, wurde von beiden Seiten bestätigt. Als die drei AfD-Vertreter anschließend vor die Presse traten, versuchten sie erst gar nicht, den Eindruck zu erwecken, als hätten sie nach Kräften gegen diese Entwicklung gestemmt.

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