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AfD-Aussteiger : Nichts wie weg

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Steffen Königer hat am Donnerstag seinen Austritt aus der AfD bekanntgegeben. Bild: dpa

AfD-Vorstandsmitglied Steffen Königer hat die Partei verlassen, weil sie ihm zu radikal geworden ist. Er tut damit das, was vor ihm schon eine Reihe prominenter (Ex-) AfDler getan hat. Ein Überblick.

          7 Min.

          Der Erste, der die Partei zur Ader ließ, war einer ihrer Gründer. Bernd Lucke, der honorige Wirtschaftsprofessor aus Berlin, kehrte seinem eigenen politischen Projekt 2015 den Rücken, nachdem er und seine Anhänger einen Macht- und Richtungskampf verloren hatten. Lucke war einer von drei Parteichefs, drängte aber darauf, als alleiniger Vorsitzender die AfD zu führen. Die anderen beiden Vorsitzenden, Frauke Petry und Konrad Adam, waren dagegen.

          Lucke war zudem Wortführer des liberalkonservativen Flügels in der Partei und wollte sie als seriöse politische Kraft mit starkem Wirtschaftsprofil etablieren. Seine Gegner aus dem nationalkonservativen Lager warfen ihm dagegen vor, mit seiner Fokussierung auf die Euro-Rettungspolitik die AfD zu einer Ein-Themen-Partei zu machen und den Parteimitgliedern bei anderen strittigen Themen den Mund zu verbieten.

          Lucke drängte auf eine scharfe Abgrenzung zum rechten Rand, der in der AfD damals schon von dem Thüringer Landeschef Björn Höcke verkörpert wurde. Dann kamen Hinweise auf, dass Höcke unter Pseudonym Beiträge für eine NPD-Zeitung verfasst hatte, und Lucke drängte darauf, dass der Gymnasiallehrer seine Parteiämter verlieren sollte. Er konnte sich in der Causa aber nicht gegen das nationalkonservative Lager durchsetzen, das damals schon vor allem von Alexander Gauland im Vorstand repräsentiert wurde. Auch Petry, obwohl selbst Höcke-Kritikerin, stellte sich in der Causa gegen Lucke, wobei vor allem machttaktische Erwägungen eine Rolle spielten, die mit Luckes Streben nach dem alleinigen Parteivorsitz zusammenhingen.

          Zeit zu gehen: Nach dem Essener Parteitag verließen Henkel und Lucke die AfD.

          Auf dem berüchtigten Parteitag in Essen kam es im Juli 2015 zum Showdown. Lucke hatte zuvor die Anhänger des nationalkonservativen Flügels zusätzlich verärgert, indem er seine eigenen Anhänger in dem Verein „Weckruf“ um sich geschart hatte. Von seinen Gegnern wurde das als Drohung aufgefasst, die Partei zu spalten, falls sie seine Forderungen nicht erfüllten. In der aufgeheizten Stimmung stellte sich der Parteitag gegen Lucke, an seiner Stelle wurde Petry zur alleinigen Vorsitzenden gewählt.

          Lucke verließ nach seiner Entmachtung die AfD – und mit ihm weitere prominente AfD-Gesichter: Sein bekanntester Unterstützer, der frühere BDI-Chef Hans-Olaf Henkel, gehörte ebenso dazu wie fast alle weiteren Abgeordneten der AfD-Fraktion im Europäischen Parlament: Bernd Kölmel, Ulrike Trebesius, Joachim Starbatty.

          Petry wird „obergärig“

          Mit dem Beginn der Flüchtlingskrise startete die AfD durch, enterte eine Reihe von Landtagen und legte auch in bundesweiten Umfragen Woche um Woche zu. Die Macht- und Richtungskämpfe in der Partei endeten aber nicht mit Luckes Sturz. Als neue Vorsitzende stand Petry plötzlich vor den gleichen Problemen wie ihr Vorgänger: Der rechte Parteiflügel um Höcke, den sie zuvor im Machtkampf mit Lucke geduldet hatte, forderte sie heraus. Nach mehreren umstrittenen Äußerungen des Thüringer Landeschefs drängte Petry auf dessen Parteiausschluss, scheiterte dabei aber wie zuvor Lucke am Widerstand der Nationalkonservativen, die Eingriffe in die innerparteiliche Meinungsfreiheit witterten.

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