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HDJ-Mitglied als Mitarbeiter : „Ich habe überhaupt nicht vor, mich davon zu distanzieren“

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Alexander Gauland (AfD) will sich nicht von seinem ehemaligen Mitarbeiter distanzieren. Bild: EPA

Ein ehemaliger Mitarbeiter des AfD-Fraktionsvorsitzenden war Mitglied eines rechtsextremen Vereins. Kritik an diesem Arbeitsverhältnis findet Alexander Gauland „absolut lächerlich“ – und zieht einen Vergleich zu einem Grünen-Politiker.

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          Der AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Alexander Gauland hat Berichte über die Anstellung eines Mitarbeiters mit rechtsextremer Vergangenheit als „absolut lächerlich“ bezeichnet. Der Mitarbeiter, der inzwischen nicht mehr für Gauland tätig ist, sei „in seinen jungen Jahren für wenige Wochen“ für eine Organisation aktiv gewesen, die er, Gauland, gar nicht gekannt habe. „Ich habe überhaupt nicht vor, mich davon zu distanzieren“, sagte der AfD-Politiker am Dienstag in Berlin. Der Mann habe sehr gute Arbeit geleistet.

          Gaulands ehemaliger Angestellter arbeitete nach Angaben des Büros von Gauland von Oktober 2017 bis Ende Januar für den Fraktionsvorsitzenden der AfD. Er sei ausgeschieden, weil er eine andere Stelle angetreten habe, nicht aufgrund seiner politischen Aktivitäten in der Vergangenheit.

          Zuerst hatte der Berliner „Tagespiegel“ berichtet, dass der Mann in Gaulands Bundestagsbüro früher bei der inzwischen verbotenen rechtsextremen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) aktiv war. „Ich frage einen Mitarbeiter bestimmt nicht, was er in seiner Jugend gemacht hat“, sagte Gauland dazu.

          „Wir hatten einmal einen Außenminister, der hat Polizisten verprügelt und Steine geschmissen“, sagte Gauland mit Bezug auf den Grünen-Politiker Joschka Fischer, der früher in einer linksradikalen Gruppe aktiv war. Auch eine ganze Menge Journalisten seien in kommunistischen Gruppierungen tätig gewesen, sagte Gauland.

          Vor seiner Beschäftigung im Bundestagsbüro von Gauland war der Mann Referent in der Brandenburger AfD-Fraktion gewesen, die ebenfalls Gauland bis zum Einzug der AfD in den Bundestag geleitet hatte. Der Mann habe sich 2004 im Alter von 19 Jahren von der HDJ getrennt.

          Die HDJ gilt als stramm neonazistische Organisation. Der Verein, der rund 400 Mitglieder hatte, war 2009 vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) verboten worden. Zuletzt war bekannt geworden, dass Andreas Kalbitz, Gaulands Nachfolger als Fraktionsvorsitzender der AfD im Brandenburger Landtag, Kontakte zur HDJ hatte. Kalbitz hatte an einem Pfingstlager der HDJ im Jahr 2007 teilgenommen.

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