https://www.faz.net/-gpf-99a8t

Bekannter von Franco A. : Mutmaßlicher Terrorhelfer arbeitet für AfD-Abgeordneten

  • Aktualisiert am

Jan Nolte (AfD) spricht Mitte März im Bundestag während der Debatte um den Bundeswehreinsatz im Mittelmeer. Bild: Picture-Alliance

Ein Oberleutnant ist als möglicher Komplize des terrorverdächtigen Bundeswehrsoldaten Franco A. aufgefallen. Er arbeitet für den AfD-Bundestagsabgeordneten Jan Nolte. Der kann kein Problem erkennen.

          1 Min.

          Ein mutmaßlicher Komplize des terrorverdächtigen Bundeswehrsoldaten Franco A. arbeitet für den AfD-Bundestagsabgeordneten Jan Nolte. Das bestätigte der AfD-Verteidigungspolitiker „Zeit Online“. Dem Bericht zufolge verschickte der mutmaßliche Terrorhelfer Oberleutnant Maximilian T. im Februar im Auftrag Noltes von einem der Bundestagsaccounts des Abgeordneten eine E-Mail als „persönlicher Referent“.

          Gegen T. ermittelt nach wie vor die Bundesanwaltschaft. Er wird verdächtigt, gemeinsam mit Franco A. eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Unter dieser Formulierung verfolgt die Bundesanwaltschaft Fälle, in denen es mutmaßlich um Terrorismus geht. Der Bundeswehroffizier Franco A. soll sich als syrischer Flüchtling ausgegeben und unter dieser Tarnung Anschläge vorbereitet haben. T. gilt als ein mutmaßlicher Komplize, bestreitet aber die Vorwürfe.

          „Ich bin überzeugt davon, dass er unschuldig ist“

          Nolte teilte „Zeit Online“ mit, T. habe sich nichts zu Schulden kommen lassen. Er kenne ihn als „differenzierten und besonnenen jungen Menschen“, erklärte der AfD-Abgeordnete. „Ich bin überzeugt davon, dass er unschuldig ist.“ Darüber hinaus habe er von Anfang klargestellt, dass das Arbeitsverhältnis sofort beendet wäre, sollte sich einer der Vorwürfe als wahr erweisen.

          Nolte hatte dem „Zeit Online“-Bericht zufolge im Herbst 2017 versucht, für T. einen Hausausweis für den Zutritt zu den Bundestagsgebäuden zu erhalten. Die Bundestagsverwaltung lehnte den Antrag demnach jedoch ab.

          Die Bundeswehr teilte dem Bericht zufolge mit, T. sei offiziell noch immer Soldat im Stab des Jägerbataillons 291, das zur Deutsch-Französischen Brigade gehört. Nach Aussage eines Heeressprechers ist er dort weiterhin im Dienst. Bei seinen Vorgesetzten habe er eine Genehmigung für Nebentätigkeit für den Bundestagsabgeordneten beantragt.

          Die Linke hat Nolte zur umgehenden Entlassung seines Mitarbeiters aufgefordert. „Ein Bundestagsabgeordneter lässt stramme Rechtsextreme im Bundestag ein und aus gehen und für sich arbeiten - auf Steuerkosten“, sagte Parteivize Tobias Pflüger am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

          Pflüger sagte weiter, „besonders widerwärtig an der Geschichte um den AfD-Angestellten ist dessen Plan, terroristische Anschläge zu planen und Geflüchteten in die Schuhe zu schieben“. Die AfD sei ein Sicherheitsrisiko. Der Bundestagsabgeordnete Nolte müsse T. umgehend entlassen „und am besten gleich selbst seinen Hut nehmen“.

          Weitere Themen

          Schwere Ausschreitungen in Barcelona

          Spanien : Schwere Ausschreitungen in Barcelona

          Nach einem Urteil gegen katalanische Unabhängigkeitskämpfer ist es in Barcelona abermals zu Protesten gekommen. Demonstranten setzten Autors in Brand.

          Topmeldungen

          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.