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Ärger um Sturmgewehr : Wie ein simples Beschaffungsprojekt im Chaos endete

Noch immer im Einsatz: Ein Bundeswehrsoldat mit G36 in Mali, im Jahr 2018 Bild: dpa

Das Verteidigungsministerium musste seine Sturmgewehr-Vergabe revidieren. Dabei gab es schon frühzeitig Hinweise auf Unregelmäßigkeiten. Warum reagierte Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer erst jetzt?

          5 Min.

          Zweifel gab es viele, jetzt steht das Juristische im Mittelpunkt. Als die Verteidigungspolitiker Ende der Woche Post aus dem Ministerium bekamen, schlug das mächtig ein. Die Bundeswehr bekommt vorerst kein neues Sturmgewehr. Denn es besteht der Verdacht, dass der Überraschungssieger der Ausschreibung, die Firma C.G. Haenel, unlauter gehandelt hat. Haenel soll, so lautet der Vorwurf, mit mindestens einem Bauteil seines Sieger-Gewehrs Patentrechte verletzt haben. Darunter sind, pikanerweise, Rechte, die dem unterlegenen Anbieter Heckler&Koch (HK) gehören.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          Es ist bislang nur ein Verdacht, aber die Indizien wiegen offenbar schwer. Das Rüstungsamt der Bundeswehr sei „angehalten“, hieß es, den Zuschlag an den Suhler Waffenhersteller aufzuheben. Futsch ist der Riesenauftrag, kaum vier Wochen nachdem Haenel den Zuschlag erhalten hatte, zumindest vorerst. Das betroffene Unternehmen in Suhl reagierte auf die Vorwürfe zunächst mit eisernem Schweigen: keine Verteidigung, keine Erklärung. Nachfragen blieben unbeantwortet. Hingegen teilte die Konkurrenz HK aus Oberndorf am Neckar umgehend mit, man sei „seit 60 Jahren ein zuverlässiger, seriöser und enger Ausrüstungspartner der Bundeswehr“ und insofern „ausgesprochen dankbar“ für die Überprüfung der Vergabeentscheidung.

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