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Abzug aus Afghanistan : War alles in Afghanistan vergeblich?

Deutscher Soldat während einer Patrouille in der Provinz Takhar im April 2012 Bild: AFP

Zwanzig Jahre lang wurde von Fortschritten geredet, wo keine waren. Deutsche Soldaten haben Großes geleistet, aber wenig erreicht.

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          Fast zwanzig Jahre lang haben das mächtigste Militärbündnis der Erde und die Vereinten Nationen versucht, den Terror zu besiegen und ein sicheres Umfeld für friedliche Staatlichkeit zu schaffen. Amerika entsandte die Elite seiner Streitkräfte an den Hindukusch, um Al-Qaida zu vernichten und die Taliban in die Knie zu zwingen. Bis zu 130.000 alliierte Soldaten waren im Afghanistan-Krieg eingesetzt, um in Hunderten Gefechten, Luftschlägen und blutigen Kommandoaktionen militärisch die Oberhand zu gewinnen. Vergeblich. Zugleich hat die Weltgemeinschaft viele Milliarden Dollar investiert, um Infrastruktur, Wirtschaft und Rechtsstaatlichkeit aufzubauen. Doch Korruption und religiöser Fanatismus haben obsiegt.

          Beide strategischen Ziele wurden verfehlt: der Kampf gegen den Terror und der Aufbau eines funktionierenden Staates. Afghanistan hat die höchste Konzentration von Terrorgruppen, vierzig Prozent aller Anschläge weltweit werden in diesem Land verübt. Armee und Polizei beklagen jedes Jahr Tausende Tote im Kampf gegen die Taliban. Deren militärische Dominanz zwingt Washington und seine Verbündeten nun, Hals über Kopf abzuziehen. Deutsche Polizisten und Entwicklungshelfer wurden bei Nacht und Nebel ausgeflogen. Mit der absehbaren Rückkehr der Taliban an die Macht wird auch eine deutsche Niederlage besiegelt. Für die Bundeswehr, aber auch für alle, die am Aufbau beteiligt waren.

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