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Abkehr von Schröder : Warum die SPD schrumpft

  • -Aktualisiert am

Das waren noch Zeiten: der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder und sein Generalsekretär Olaf Scholz stimmen am 1. Juni 2003 auf dem Sonderparteitag in Berlin für Schröders „Agenda 2010“ Bild: Picture-Alliance

Unter ihren neuen Vorsitzenden schließt die SPD endgültig mit dem Kapitel Schröder ab. Auch deshalb machen Union und Grüne das Ringen um die gesellschaftliche Mitte jetzt unter sich aus.

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          Zur Misere der SPD gehört, dass die Partei nicht versteht, warum es ihr schlecht geht. Viele sagen, das liege an der Groko. Aber wenn man sich die Wahlergebnisse ansieht, dann kann das nicht stimmen. Der Absturz der SPD begann schon 2009, da erreichte sie zum ersten Mal bei einer Bundestagswahl nur noch 23 Prozent. Das war in der Tat ein Ergebnis nach einer großen Koalition, nach Merkels erstem Kabinett. Aber dann ging die SPD in die Opposition, die Union regierte mit der FDP weiter. Als die Wähler 2013 wieder abstimmen durften, gaben sie der SPD 25,7 Prozent. Etwas simpel gerechnet könnte man also sagen, dass die Teilnahme an einer Groko die SPD etwa 2,7 Prozentpunkte kostet. Das ist nicht schön, aber nicht der Untergang.

          Viele sagen auch, Gerhard Schröder sei schuld, wegen Hartz IV und alldem. Aber mit Schröder hatte die SPD noch gute Wahlergebnisse: 40,9 Prozent bei seinem ersten Wahlsieg und immerhin noch 34,2 Prozent, als er 2005 zum letzten Mal antrat. Der Absturz der Partei begann, als Schröder weg war. Danach wurde sie zur 20+x-Partei, aktuell steuert sie sogar auf zehn Prozent zu. Sie hatte nach Schröder elf verschiedene Parteivorsitzende, die kommissarischen mitgerechnet. Mit Esken und Walter-Borjans sind es nun 13. Besser wurde es nicht.

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