https://www.faz.net/-gpf-7j4hd

Abhöraffäre : Westerwelle lädt britischen Botschafter zum Gespräch

  • Aktualisiert am

Stein des Anstoßes: Zylinderförmiger Aufbau auf dem Dach der britischen Botschaft Bild: dpa

Nach Berichten über eine mutmaßliche Spähanlage auf der britischen Botschaft in Berlin ist der britische Botschafter ins Auswärtige Amt gebeten worden. Es handelt sich aber nicht um eine offizielle Einbestellung.

          1 Min.

          Wegen der Spähvorwürfe gegen Großbritannien hat der amtierende Außenminister Guido Westerwelle (FDP) den britischen Botschafter in Berlin zum Gespräch gebeten. Der Diplomat Simon McDonald sei darauf hingewiesen worden, dass „das Abhören von Kommunikation aus den Räumlichkeiten einer diplomatischen Mission ein völkerrechtswidriges Handeln wäre“, teilte eine Sprecherin des Auswärtiges Amtes mit. Man habe ihn zu einer Stellungnahme zu dem Bericht der Zeitung „Independent“ gebeten, wonach der britische Geheimdienst GCHQ (Government Communications Headquarters) einen Horchposten auf dem Dach der britischen Botschaft in Berlin betreibt.

          Im Unterschied zum amerikanischen Botschafter John Emerson wurde McDonald nicht offiziell einbestellt, was eine deutlich schärfere Kritik bedeutet hätte. Westerwelle führte das Gespräch auch nicht selbst, sondern überließ es einem Beamten.

          London soll in seiner Botschaft seit Jahren eine Abhöreinrichtung betreiben. Der „Independent“ hatte berichtet, auf dem Dach des Gebäudes befinde sich ein zylinderförmiger Aufbau, der einer Abhörstation ähnlich sehe. Der Geheimdienst GCHQ betreibe ein ganzes Netz elektronischer Horchposten in seinen Botschaften in aller Welt. Das Blatt berief sich auf in den vergangenen Monaten veröffentlichte  Unterlagen zum amerikanischen Geheimdienst NSA,  „kombiniert mit Luftaufnahmen und den Erkenntnissen über frühere Spähaktivitäten in Deutschland“.

          Weitere Themen

          Wieder Straßenschlachten in Beirut Video-Seite öffnen

          Libanon kommt nicht zur Ruhe : Wieder Straßenschlachten in Beirut

          Die Proteste der libanesischen Bevölkerung gegen die Regierung reißen nicht ab. Abermals kam es zu Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei. Das Land steckt in einer schweren Wirtschaftskrise

          Wütende Bauern

          FAZ Plus Artikel: Protest gegen Politik : Wütende Bauern

          Viele Landwirte sind verärgert. Sie fühlen sich von der Politik gegängelt und unverstanden. Vor allem für die Union ist das ein Problem. Wird die AfD zur neuen Bauernpartei?

          Topmeldungen

          Neues Coronavirus : Wuhan im Ausnahmezustand

          Um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, hat China alle öffentlichen Verkehrsverbindungen in die Millionenstadt Wuhan gekappt. Wann das Reiseverbot aufgehoben wird, ist noch völlig offen.
          Sandra Maischberger begrüßte in ihrer Sendung am 22. Januar 2020 den Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke, die ARD-Moderatorin Anna Planken und den Kabarettisten Florian Schroeder (von links).

          TV-Kritik: „Maischberger“ : Ein Ende mit Schrecken

          Ist unser Essen zu billig? Ist Greta Thunberg schlimmer als Donald Trump? Sandra Maischberger lässt unaufgeregt die Woche Revue passieren. Doch dann kommt Gloria von Thurn und Taxis – und sorgt für ein dickes Ende.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.