https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/abgeordnete-boykottieren-bankett-mit-erdogan-15800976.html

Staatsbesuch : Abgeordnete boykottieren Bankett mit Erdogan

  • Aktualisiert am

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Bild: dpa

Bereits zwei Parlamentatierer haben ihre Einladung zum Staatsbankett ausgeschlagen. FDP-Politiker Djir-Sarai sagt, er halte ein Dinner für unangemessen, während Deutsche in der Türkei inhaftiert seien.

          1 Min.

          Vor dem Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan haben mehrere Bundestagsabgeordnete ihre Teilnahme am Staatsbankett abgesagt. Wie die Zeitung „Welt“ berichtet, wollen der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Bijan Djir-Sarai, und die Linken-Politikerin Sevim Dagdelen der Einladung zu dem festlichen Abend im Schloss Bellevue nicht folgen.

          Der im Iran geborene Djir-Sarai sagte der „Welt“, er könne „als Bundestagsabgeordneter nicht mit jemandem dinieren, während deutsche Staatsangehörige in türkischen Gefängnissen sitzen“ und Ankara sich immer weiter „von demokratischen und menschenrechtlichen Werten entfernt“.

          Dagdelen sagte der Zeitung, sie habe beim Bundespräsidialamt abgesagt. Sie sei zwar für den Dialog mit der Türkei, sie halte aber „den jetzt gesetzten Rahmen eines Staatsbesuchs mit Bankett und militärischen Ehren für völlig unangemessen“. Statt der Einladung ins Schloss zu folgen, wolle sie sich „an den demokratischen Protesten gegen Erdogan beteiligen“, sagte Dagdelen, die Vorsitzende der Deutsch-Türkischen Parlamentariergruppe ist. Unklar sei, ob der Grünen-Politiker Cem Özdemir der Einladung folge, berichtete die „Welt“.

          Erdogan kommt auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vom 27. bis 29. September zu einem Staatsbesuch nach Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt Erdogan am Freitag zu einem gemeinsamen Mittagessen im Kanzleramt. Am Samstag treffen sich beide zu einem Arbeitsfrühstück.

          Neben Berlin will der türkische Präsident auch Köln besuchen, wo er nach Angaben der Türkisch-Islamischen Union Ditib die Zentralmoschee des Verbands im Stadtteil Ehrenfeld eröffnen wird.

          Weitere Themen

          Zermürbungstaktik der Demonstranten

          Proteste in Iran : Zermürbungstaktik der Demonstranten

          Die Proteste in Iran reißen nicht ab, und die Demonstranten passen ihre Methoden an. Als Erfolg gilt schon das Eingeständnis, dass Polizisten mit Erschöpfung zu kämpfen haben.

          Topmeldungen

          Ziemlich bahnhofsviertelich: Sommerabend vor dem Kiosk Yok Yok

          Frankfurter Bahnhofsviertel : Der schönste Schandfleck Deutschlands

          Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist für die einen Verlockung, für die anderen Zumutung. So war es schon immer. Aber plötzlich wird es auch den glühendsten Verfechtern zu viel. Was hat sich geändert?
          Eine iranische Frau demonstriert mit abgeschnittenen Haaren vor dem Konsulat in Istanbul, um ihre Solidarität mit den Protesten in Iran auszudrücken.

          Proteste in Iran : Zermürbungstaktik der Demonstranten

          Die Proteste in Iran reißen nicht ab, und die Demonstranten passen ihre Methoden an. Als Erfolg gilt schon das Eingeständnis, dass Polizisten mit Erschöpfung zu kämpfen haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.